…und Action!

SAM_2781Noch keine Idee was du in den Herbstferien machen sollst? Wie wäre es mit einem Videoworkshop im Kunstpalais? Begleitend zur aktuellen Ausstellung Reynold Reynolds: Six or Seven Pieces bietet das Kunstpalais am 28. und 29. Oktober, 10 – 15 Uhr, und am 30. Oktober, 10 – 13 Uhr, einen Videoworkshop für Jugendliche von 12 bis 16 Jahre an. In einem Ausstellungsrundgang erhaltet ihr zunächst einen Überblick über das Werk des amerikanischen Filmkünstlers Reynold Reynolds. Ihr erfahrt, wie aus einzelnen Aufnahmen ein zusammenhängender Film entsteht, der eine Geschichte erzählt. Außerdem lernt ihr verschiedene filmtechnische Gestaltungsmittel und Tricks kennen, mit denen Filmemacher arbeiten. Im anschließenden praktischen Teil entsteht unter professioneller Anleitung euer eigener Film: Drehbuch, Schauspieler Kameraführung, Kulissen und Requisiten bestimmt ihr selbst! Das Ergebnis gibt es selbstverständlich als DVD zum Mitnehmen nach Hause!

Anmeldungen sind ab sofort unter 09131 86-2621 oder sarah.lampe@stadt.erlangen.de möglich. Die Teilnahmegebühr beträgt 20 € zzgl. 5 € Materialkosten.

Reynold Reynolds: Six or Seven Pieces

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Mit der Ausstellung “Reynold Reynolds: Six or Seven Pieces” widmet das Kunstpalais dem amerikanischen Filmkünstler die erste Retrospektive in Deutschland. Sein Werk bewegt sich an der Grenze zwischen Kunst und Wissenschaft, Vergangenheit und Gegenwart, Realität und Fiktion. Er spielt mit den Erwartungen und Emotionen des Betrachters – und leitet sie auf ungeahnte Weise in die Irre. Unauflösbar überlagern sich die verschiedenen Welten und entführen den Besucher in die Abgründe seiner eigenen Phantasie.

Im Zentrum der Ausstellung steht das Filmprojekt „The Lost“: Eine vergessene Zeitkapsel, die von Reynold Reynolds wiederentdeckt wurde. Auf der Basis der Fragmente des deutschen Films “Die Verlorenen”, der 1933 in der Umbruchzeit von der Weimarer Republik zur Herrschaft der Nationalsozialisten entstanden ist, hat der Künstler von 2011 bis 2013 den Film restauriert, neu gedreht und fertig gestellt. Die Geschichte wird aus der Sicht des jungen englischen Schriftstellers Christopher Isherwood erzählt, der im Berliner Kabarett Troika auf eine Gruppe junger Künstler, Tänzer und Musiker trifft und seine Homosexualität erkennt. Im Keller des Kabaretts wird er Zeuge mystischer Experimente, die Tote zum Leben erwecken. Gezeigt wird das Werk als 7-Kanal-Installation, die zusammen mit den in der Ausstellung zu sehenden Fotografien und Archivmaterialien das Filmprojekt bildet. „The Lost“ ist der Versuch, einen verlorenen Teil der Filmgeschichte neu zu schreiben, bei dem der Betrachter aufgefordert ist, die verschiedenen Elemente in seinem Kopf zusammenzufügen.

Ausgehend von diesem Filmprojekt gibt die Ausstellung einen umfassenden Überblick über das vielfältige Schaffen von Reynold Reynolds, indem sie zentrale Werke des Künstlers zusammenführt. Für die Retrospektive ist eine neue Videoarbeit entstanden, die erstmalig im Kunstpalais zu sehen sein wird. Zur Ausstellung wird ein vom Künstler gestalteter Katalog erscheinen.

Mit freundlicher Unterstützung von

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Kunstpalais klingt – Töne finden und erfinden bei der Mitmach-Soundinstallation “The Cabinet of Curiousness”

Janet Cardiffs und George Bures Millers Soundinstallation lädt nicht nur zum Zuhören sondern auch zum Mitmachen ein. Öffnet man die verschiedenen Schubladen, ertönen Geräusche, Filmausschnitte, Interviews oder Musik, die der Besucher frei kombinieren kann. So wird man selbst zum DJ, dem Protagonisten des Kunstwerks.

Schüler der Jakob-Herz-Schule vor The Cabinette of Curiousness von

Schüler der Jakob-Herz-Schule vor The Cabinet of Curiousness von Janet Cardiff und George Bures Miller

Auch mit einer Wasserflasche kann man spannende Geräusche erzeugen!

Auch mit einer Wasserflasche kann man spannende Geräusche erzeugen!

Die Schüler der Jakob-Herz-Schule haben die Soundinstallation gründlich erkundet und auf Herz und Nieren getestet. Im Rahmen des zweistündigen Workshops „Bau dir deine mobile Soundbox“ sind sie anschließend mit Aufnahmegeräten bewaffnet losgezogen und haben dem Museum seine Klänge entlockt. Vom Ausstellungsraum über den Museumsshop bis zum Aufzug galt es, Töne zu (er-)finden und aufzunehmen.

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Geeignet ist allerlei Material

Im Vermittlungsraum wartete schließlich eine ganze Fülle an Materialien auf erste Klangexperimente: Kronkorken, Luftpolsterfolie oder bunte Steine wurden zu Schlagzeug, Rassel und Windspiel. Die Lieblingsmaterialien und -mechanismen fanden in Pappboxen ihren Platz.

In Zusammenspiel mit den Geräuschcollagen entstand so eine große interaktive Soundinstallation, an der es viel zu entdecken gibt – von digitalen Tönen bis zu handgemachten Klängen!

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Mobile Soundboxen

Wer auch einmal in die selbstgemachte Klangkunst reinhören möchte, kann einfach einem dieser Links folgen:

http://vocaroo.com/i/s1Mkb0oZn5QK

http://vocaroo.com/i/s0kEI0XVSydI

http://vocaroo.com/i/s030s4r4F4gQ

Podiumsdiskussion “Sammler und Sammlungen hautnah”

Plakat Ausstellung RE: COLLECTAls Highlight des Begleitprogramms zur Ausstellung “RE: COLLECT” findet am Freitag, 29. August 2014, um 18 Uhr im Innenhof des Palais Stutterheim eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion mit dem Titel „Sammler und Sammlungen hautnah“ statt. Dr. Thomas Heyden, Leiter der Sammlung des Neuen Museums in Nürnberg, Helmut Kirsch, selbst Künstler sowie Kunstsammler, und Ina Neddermeyer, Kuratorin der Ausstellung RE: COLLECT, diskutieren über die Geschichte, Konzeption und Ausrichtung ihrer jeweiligen Sammlungen. Moderiert wird das Podium von Udo Andraschke, Kustos der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Im Dialog wichtiger Protagonisten der Kunst- und Kulturlandschaft soll deutlich werden, wie sehr die verschiedenen Perspektiven, individuellen Interessen und Rahmenbedingungen Einfluss auf die Entwicklung und Zukunft von Kunstsammlungen nehmen. Im Anschluss an die Expertenrunde bleibt genügend Zeit für Fragen aus dem Publikum.

Der Eintritt ist frei!

RE: COLLECT – Die erste Ausstellung der Städtischen Sammlung im Kunstpalais!

Vanessa Beecroft, Joseph Beuys, Janet Cardiff & George Bures Miller,  Camille Henrot und Andy Warhol – das sind nur sechs der zahlreichen, namenhaften Künstler, deren Werke noch bis zum 31. August in der Ausstellung RE: COLLECT im Kunstpalais zu sehen sind.

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RE: COLLECT bildet den Auftakt zu einer Reihe, bei der einmal jährlich Werke aus der Städtischen Sammlung Erlangen in spannenden, neuen Kontexten präsentiert werden. Seit den 1960er Jahren wächst die Sammlung stetig und umfasst derzeit weit über 4.500 bedeutende Kunstwerke – primär Grafiken, aber auch Fotografien und Skulpturen – die nun erstmals im Kunstpalais präsentiert werden. Im Zentrum der Ausstellung RE: COLLECT steht die Frage, welche Themen und Diskurse aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts  auf die Gegenwart übertragbar sind.

So vielfältig die Erlanger Sammlung selbst ist, so umfangreich ist auch das Repertoire der  aktuellen Ausstellung. Sie zeigt raumgreifende Installationen genauso wie kleinformatige Zeichnungen, Auflagenwerke ebenso wie Unikate. Neben zentralen Werken aus der Sammlung wird die Ausstellung durch internationale Leihgaben ergänzt. Gezeigt wird, wie zentralen Strömungen der Kunst der 1960er und 1970er Jahre, wie Performance- und Konzeptkunst, Land Art und Pop Art, in der zeitgenössischen Kunst ihren Nachhall finden.

Nasan Turs "Variationen von Kapital"

Nasan Tur “Variationen von Kapital”, Zeichentusche auf Tibetischem Papier, jeweils 40 x 60 cm / gerahmt: 42.2 x 62.2 cm, Installationsansicht Kunstpalais, Foto: Erich Malter, Courtesy Nasan Tur and Blain-Southern Gallery London/Berlin, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Kunstpalais Ausstellung Erlangen ReCollect  Repros 15. Juli 2014

Joseph Beuys “Kunst = Kapital”, Städtische Sammlung Erlangen, Offset-Druck, 84 x 59,5 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Als Auftakt der Ausstellung ist Nasan Turs Arbeit Variationen von Kapital” zu sehen. Insgesamt 800 Mal schrieb der Künstler mit Tinte das Wort Kapital in immer unterschiedlichen, computer-generierten Schreibweisen auf handgeschöpftes Papier. Eine Auswahl der Wortvarianten ist im Eingangsbereich zu sehen. In Anspielung auf Karl Marx‘ gesellschaftskritische Schrift „Das Kapital“ führt Tur damit den Begriff auf seine ursprüngliche ökonomische Bedeutung zurück: ein Kontext, der besonders für Kunstsammlungen, die als Wertanlage gelten, relevant ist.

Die Frage nach den individuellen Voraussetzungen von Kapital greift Joseph Beuys mit seiner Arbeit “Kunst = Kapital auf. Ebenfalls mit Bezug zu Marx entwickelt Beuys eine Neudefinition des Kapitalbegriffs, der auf dem lateinischen Ursprung des Wortes caput (Kopf) beruht. Die Kreativität und schöpferische Energie des Einzelnen galten dem Künstler als das eigentliche Kapital und Potenzial einer Gesellschaft.

Kunstpalais Ausstellung Erlangen ReCollect  Repros 15. Juli 2014

Joseph Beuys “La rivoluzione siamo Noi”, Lichtdruck, 191 x 100 cm, Städtische Sammlung Erlangen, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Neben dem Begriff des Kapitals ist für den politischen Künstler Joseph Beuys die Frage nach der Revolution, nach dem Umsturz bestehender gesellschaftlicher Verhältnisse, zentral. Auf dem Lichtdruck „La rivoluzione siamo Noi” präsentiert sich der Künstler überlebensgroß dem Betrachter. Sein energischer, nach vorne schreitender Gang ist als Aufforderung zum direkten Handeln zu verstehen. Diese Aufbruchsstimmung greift auch Nasan Tur in seiner Fotografie „Time for Revollusion” auf. Der bekannte Slogan „Time for Revolution”, ein Inbegriff für Veränderung, eröffnet jedoch durch den Schreibfehler eine neue Lesart, die politische Parolen persifliert: Ist Revolution heute nur noch eine Illusion?

Nasan Tur: "Time for Revollusion"

Nasan Tur: “Time for Revollusion”, C-Print, 150 x 200 cm, Holzrahmen, Plexiglas, Courtesy Nasan Tur und Blain-Southern Gallery London/Berlin, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Ein besonderes Highlight der Ausstellung: Im Untergeschoss des Kunstpalais gibt es die Möglichkeit selbst aktiv zu werden! Von Jack Goldstein “A Suite of Nine 7-inch Records” sind neun künstlerisch gestaltete Schallplatten zu sehen und zu hören. Denn jede von ihnen hat ihren ganz eigenen Sound, den man per Knopfdruck  abrufen kann. Auch der KarteikastenschrankThe Cabinet of Curiousness von Janet Cardiff & George Bures Miller lädt den Betrachter ein, selbst schöpferisch tätig zu werden. Wie ein DJ kann jeder Besucher einzelne oder mehrere Schubladen des Schrankes aufziehen und so eine eigene Sinfonie aus Musik, Geräuschen und Stimmen erschaffen.

Klang-Kunst zum selber-machen: „The Cabinet of Curiousness“ von Janet Cardiff und George Bures Miller mit "24 Gesängen" von Hanne Darboven im Hintergrund.

Klang-Kunst zum Selbermachen: „The Cabinet of Curiousness“ von Janet Cardiff & George Bures Miller

Jetzt liegt es an euch, selbst kreativ zu werden und die Schubladen von „The Cabinet of Curiousness“ zu öffnen! Schnell sein lohnt sich, denn die Ausstellung ist nur noch bis zum 31. August zu sehen!

Zum Abschied ein Appell

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Damals

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Heute

Liebe Freundinnen und Freunde des Kunstpalais,

nach fünfeinhalb Jahren intensiver Arbeit für das Kunstpalais verabschiede ich mich von Ihnen – und danke Ihnen von Herzen für Ihr Interesse und Ihre Neugier, Ihre Unterstützung und Ihre Treue.

In diesen fünfeinhalb Jahren ist viel geschehen. Aus der Städtischen Galerie wurde das Kunstpalais – aus dem Kunstpalais eine international geschätzte Marke und ein viel beachteter Ort für den Diskurs über zeitgenössische Kunst.

Wir haben weltweit renommierte Künstler nach Erlangen geholt: Ai Weiwei, Christian Jankowski, Mona Hatoum, Jenny Holzer, Tobias Rehberger, Bill Viola, Erwin Wurm, um nur sehr wenige zu nennen. Hierbei wurden wir von den größten und bedeutendsten Galerien der Welt in New York, London, Köln und Berlin unterstützt. Denn wir haben mit unseren Ausstellungen gesellschaftlich relevante Themen diskutiert, es ging beispielsweise um Glück, Ironie, Töten, Freiheit und Affekte. Das hat Künstler und Galeristen, Sammler und Leihgeber sowie die Berater der größten Stiftungen unseres Landes überzeugt.

Wir haben aber auch aufstrebenden jungen Künstlern die erste Einzelausstellung in Deutschland ermöglicht, zum Beispiel der Französin Mathilde Rosier, der Dänin Kirstine Roepstorff und dem Münchener Künstler Benedikt Hipp.

Wir haben die Themen der Kunst in einen interdisziplinären Diskurs gestellt, unterstützt und bereichert vor allem durch die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Dafür bin ich den zahlreichen Fachbereichen und Instituten sehr dankbar. Wir haben im Begleitprogramm zu unseren Ausstellungen auch regelmäßig und intensiv mit verschiedenen Bildungs- und Kultureinrichtungen der Stadt kooperiert. Mein Dank gilt in diesem Zusammenhang der Jugendkunstschule, dem Stadtarchiv Erlangen, dem Theater Erlangen, dem Arena Festival, dem Erlanger Poetenfest, der Studiobühne, der Stadtbibliothek, der vhs, dem dfi Deutsch-Französisches Institut Erlangen, dem gVe Gemeinnütziger Verein Erlangen, dem E-Werk Kino, dem Manhattan Kino, den Lamm Lichtspielen, der Einrichtung BildungEvangelisch und dem Uniradio Unimax.

Ich danke den vielen Schulen und Horten, die im Kunstpalais einen Partner für ihre Bildungsarbeit gesehen haben: der Jakob-Herz-Schule, Staatliche Schule für Kranke, der Realschule am Europakanal, dem Ohm-Gymnasium – und vielen anderen mehr. Wir haben spezielle Veranstaltungen in einfacher Sprache für Menschen mit Migrationshintergrund angeboten, in Kooperation mit WI.L.D. (Wir lernen Deutsch) oder mit dem vhs Club International. Ich selbst habe mit Begeisterung Gesprächsführungen mit Demenzkranken und ihren Familien sowie mit ehemals drogenabhängigen oder depressiven Jugendlichen durchgeführt. Diese Veranstaltungen waren für mich persönlich immer eine besondere Bereicherung.

Ich danke meinem hervorragenden Team, ohne dessen inspirierende und kreative Mitarbeit dies alles gar nicht möglich gewesen wäre: Ian Genocchi, Ina Neddermeyer, Jessica Ullrich, Ilse Wittmann, Sarah Lampe. Ich danke unseren FSJlern Patrick Wüst und Stefanie Krebs, den zahlreichen Praktikanten, unseren Aufsichten und den engagierten Kunstvermittlern, die uns in den letzten Jahren unterstützt haben.

Und ich danke meinem Chef, dem Leiter des Kultur- und Freizeitamts, Dr. Herbert Kurz, der das Kunstpalais auf diesem Weg stets mit Engagement und viel Herzblut unterstützt hat und ohne den es die professionelle Personalstruktur des Kunstpalais mit Kunstvermittlung, Sammlungskurator, Volontariat und FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) Kultur nicht geben würde.

Vier aufwändige Ausstellungen im Jahr zu realisieren, begleitet von einem umfangreichen Diskurs- und Bildungsprogramm, kostet Geld, deutlich mehr Geld, als uns die Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt hat. Daher waren wir auf Einnahmen und finanzielle Unterstützung angewiesen. Wir haben einen Museumsshop eingerichtet und selbst unterhalten, so dass alle Einnahmen in unser Programm fließen konnten. Über Eintritte und Verkäufe haben wir unser Budget jährlich um 20.000 Euro steigern können. Doch das hat natürlich nicht gereicht. Daher danke ich allen voran der Kulturstiftung des Bundes und dem Kulturfonds Bayern, die uns in den vergangenen Jahren immer wieder mit maßgeblichen Beträgen unterstützt und so das hohe Niveau unseres Ausstellungsprogramms gesichert haben. Außerdem danke ich der Sparkasse Erlangen, der Areva Stiftung, der Kulturstiftung Erlangen und der Museobilbox für ihre wiederholten Unterstützungen. Last but not least danke ich dem Münchener Unternehmen WTS dafür, dass es das Kunstpalais bereits in diesem Jahr gesponsert hat – und unserem Haus auch in Zukunft als finanzieller Partner erhalten bleibt.

Von der Zukunft des Kunstpalais haben Teile der Kommunalverwaltung der Stadt Erlangen künftig andere Vorstellungen. „Auch Kultur ist Verwaltung“, heißt es dort, doch hören Sie selbst:

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/kulturwelt/zur-zukunft-des-kunstpalais-in-erlangen-100.html

„Kultur ist der Spielraum der Freiheit“, möchte ich mit Dietrich Bonhoeffer antworten. Kultur ist ein Möglichkeitsraum, den wir frei halten müssen – vor allem frei von den Gesetzmäßigkeiten der Verwaltung.

Daher möchte ich mich mit einem Appell an Sie, liebe Erlangerinnen und Erlanger, verabschieden: Haben Sie ein wachsames Auge auf die Zukunft des Kunstpalais und lassen Sie sich bitte nicht nehmen, was hier in einem fünfjährigen Kraftakt für Sie entstanden ist:

ein Möglichkeitsraum für die Wahrnehmung international bedeutsamer Positionen der Kunst, ein Möglichkeitsraum für den bereichernden Diskurs über unsere Gesellschaft, ein Möglichkeitsraum für die Disziplinen und Landesgrenzen überschreitende Perspektive auf unsere Zeit – ein Möglichkeitsraum, der nicht nur bundesweit bekannt ist unter dem so eingängigen und zu Erlangen passenden Namen:

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Herzliche Grüße

Ihre Claudia Emmert

Endspurt für unsere internationale Gruppenausstellung „Affekte“

Seit der Eröffnung am 3. April ging es im Kunstpalais um Affekte in all ihren Facetten. Mit zahlreichen Vorträgen, Workshops und anderen Veranstaltungen haben wir ein abwechslungsreiches Begleitprogramm für euch auf die Beine gestellt.
Wir blicken zurück auf eine erfolgreiche Ausstellung und viele Höhepunkte.

Ein Highlight war sicherlich unsere große Vortragsreihe, die Premiere des ersten Poetry Slams im Kunstpalais oder auch der Internationale Museumstag. Mit dieser Ausstellung und dem Begleitprogramm wird deutlich, wie brisant und aktuell das Thema Affekte ist. Die insgesamt 18 Vorträge eröffneten eine große thematische Bandbreite: angefangen bei einer neurobiologischen Betrachtung von Affekten über ihre Zusammenhänge in Kunst, Musik und Kultur bis hin zu theaterwissenschaftlichen Beiträgen. Zu Gast waren Wissenschaftler aus ganz Deutschland, wie zum Beispiel Prof. Friedrich Weltzien von der Hochschule Hannover, Dr. Kerstin Thomas von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Prof. Gabriele Brandstetter von der Freien Universität Berlin.

Doch nun neigt sich die Ausstellung dem Ende zu. Am kommenden Sonntag, 8. Juni, habt ihr zum letzten Mal die Gelegenheit, sie zu besuchen. Zum Abschluss haben wir auch für diesen Tag ein Programm zusammengestellt:
Um 16 Uhr findet die letzte öffentliche Führung durch die Ausstellung statt. Anschließend wird um 18 Uhr das Ergebnis des Hip-Hop-Videoworkshops präsentiert. In Zusammenarbeit mit der Jugendkunstschule haben Jugendliche ihr eigenes Musikvideo gedreht. Sie holten sich Inspirationen in unserer Ausstellung, tanzten für das Projekt und bearbeiteten anschließend das gefilmte Material.
Als Abschluss des Tages findet um 20 Uhr ein Filmabend statt. Unter dem Titel „I know you well. Well enough to fear you“ haben Claudia Emmert, Leiterin des Kunstpalais, und Simone Neuenschwander, Direktorin vom Kunstverein Nürnberg, ein Programm zusammengestellt. Gezeigt werden Filme von den Künstlern Bas Jan Ader, Susanne Bürner, Oliver Laric, Jeremy Shaw, Hito Steyerl und Erwin Wurm.

Nach dem Ende von „Affekte“ in Erlangen zieht die Ausstellung weiter ins Gemeentemuseum nach Helmond in den Niederlanden und anschließend nach Belgien ins Cultuurcentrum Mechelen. Dort könnt ihr viele Werke, die ihr hier im Kunstpalais bereits kennen gelernt habt, noch einmal mit anderer Schwerpunktsetzung erleben.

Plakat Ausstellung RE: COLLECT

Plakat Ausstellung “RE: COLLECT”

Und bei uns geht es bereits Ende des Monats weiter: Die neue Ausstellung „RE: COLLECT“ steht in den Startlöchern. Am 27. Juni findet um 19 Uhr die Eröffnung statt. Danach könnt ihr die Ausstellung mit Werken aus der Städtischen Sammlung Erlangen bis zum 31. August besuchen. Auch hierzu haben wir wieder ein spannendes Begleitprogramm mit Workshops, Führungen und Veranstaltungen für euch gestaltet. Weitere Informationen zum Programm findet ihr auch auf unserer Website.

Bis bald im Kunstpalais!

Das war der Internationale Museumstag im Kunstpalais

Vergangenen Sonntag öffneten wir zum Internationalen Museumstag unsere Türen für euch. Der ganze Tag war vollgepackt mit allerlei Veranstaltungen.

Los ging es vormittags mit dem Workshop „Bau dir dein eigenes Musikinstrument“ für Kinder. Es wurde gesägt, geklebt und gebohrt. Aus einer Vielzahl von Materialien entstanden dann kleine klingende Kunstwerke, die sie mit nach Hause nehmen konnten. Man glaubt gar nicht, was alles Musik machen kann. Von selbstgebauten Rasseln, über Trommeln bis hin zur Panflöte war alles dabei.

Auch dieses Jahr waren wieder die Schülerinnen und Schüler der Realschule am Europakanal beim Internationalen Museumstag dabei: Sie präsentierten ihr Audiowalkprojekt und sprachen mit den Kunstvermittlern Susanna Wolf und Benjamin Zimmermann über ihre Erfahrungen bei der Gestaltung des Audioguides für Jugendliche, den sie zur aktuellen Ausstellung Affekte entwickelt haben. Jede Gruppe behandelte ein Kunstwerk und stellte dazu einen Beitrag zusammen, den das Publikum dann auch anhören konnte. Wenn ihr die Präsentation verpasst habt, ist das zwar sehr schade, aber ihr könnt euch die Ergebnisse trotzdem anhören: Leiht euch einfach kostenlos den Audioguide für Jugendliche beim nächsten Ausstellungsbesuch aus.

Am Nachmittag wurde es wissenschaftlich. Die Emmy Noether-Nachwuchsgruppe „Form und Emotion“ der Johannes Gutenberg-Universität Mainz war zu Gast. Unter der Leitung von Dr. Kerstin Thomas stellten die jungen Wissenschaftlerinnen ihre Forschungsprojekte vor. Danach ging es mit ihnen gemeinsam zur Diskussion in die Ausstellung.

Es gab viele interessante Ansatzpunkte, um über die Kunstwerke in der Ausstellung zu diskutieren:
Springen Affekte auf uns über? Was verändert sich beim Betrachter, wenn er bestimmte Informationen zu den Ausstellungsstücken bekommt? Unterscheidet sich der Konsens über Affekte und Emotionen je nach gesellschaftlichem, nationalem oderreligiösem Kontext der Betrachter?
Eine weitere interessante Frage war die nach dem Zusammenhang von Echtheit, Affekten und Emotionen. Bewerten wir die Dinge anders, wenn man weiß, dass die gezeigten Affekte nicht authentisch sind, sondern Affektinszenierungen? Über solche Aspekte wurde an verschiedenen Stationen der Ausstellung zusammen mit den Teilnehmern rege diskutiert.

Am Abend präsentierten Studierende der Friedrich-Alexander-Universität das Re-enactment-Projekt „The Battle of Orgreave“ von Jeremy Deller.
Im Juni 1984 kam es in Orgreave (England) zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen streikenden Bergarbeitern und der Polizei. 2001 brachte der britische Künstler Jeremy Deller knapp 1000 Menschen zusammen und veranstaltete ein Re-enactment der Geschehnisse dieses historischen Ereignisses. Re-enactment heißt übersetzt soviel wie Nachstellung oder Wiederaufführung. Dabei dreht sich alles um die Möglichkeit des emotionalen und körperlichen Nachempfindens eines konkreten Ereignisses in möglichst korrekter und authentischer Weise.

Die Studierenden inszenierten die Eröffnung einer Ausstellung über das Ereignis „Battle of Orgreave“. Sie zeigten filmische Ausschnitte des Re-enactments, zusammengeschnitten mit Originalberichten, und stellten „historische“ Gegenstände aus. Mit „Kamera“ und Mikrophon ausgestattet, gingen sie durch die Sitzreihen und interviewten die Zuschauer der „Ausstellungseröffnung“. Um einen stärkeren Eindruck von dem historischen Ereignis zu bekommen, konnten die Besucher sich außerdem über MP3 Player Originalstimmen anhören und in präparierten Tageszeitungen blättern, die angeblich tagesaktuell von der Schlacht berichteten.

Viele Besucher kamen aber nicht nur zu den angebotenen Veranstaltungen, sondern nutzen einfach die Gelegenheit zum kostenlosen Ausstellungsbesuch.

Es war wirklich einiges los bei uns im Kunstpalais am Internationalen Museumstag.

Ihr habt leider keine Zeit gehabt? Kein Problem! Auch in Zukunft lassen wir keine Langeweile aufkommen. Ein Besuch bei uns im Kunstpalais lohnt sich immer! Die aktuelle Ausstellung „Affekte“ läuft noch bis zum 8. Juni. Bis dahin gibt es jeden Mittwoch und Donnerstag interessante Vorträge. Die neusten Informationen zu unseren Veranstaltungen findet ihr natürlich auf unserer Internetseite und auf Facebook und Twitter.

Bis bald hoffentlich!

 

Der Internationale Museumstag im Kunstpalais

Karte IMTAm 18. Mai 2014 findet der 37. Internationale Museumstag statt. Das diesjährige Motto lautet: Sammeln verbindet – Museum collections make connections. Museen leisten einen wichtigen Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben. Um das zu zeigen, wurde der Internationale Museumstag ins Leben gerufen. Bundesweit beteiligen sich dieses Jahr über 1500 Museen und feiern dieses Ereignis.
 
Da darf das Kunstpalais in Erlangen natürlich auf keinen Fall fehlen. Die Vorbereitungen für diesen besonderen Tag laufen schon auf Hochtouren. Euch erwartet ein prall gefülltes Programm, bei dem definitiv für jeden etwas dabei ist. Alles dreht sich um die aktuelle Ausstellung Affekte. Die Türen sind von 10 bis 21 Uhr geöffnet und der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.

Kunstpalais Erlangen Ausstellungsdoku Afekte Ausstellungeröffnung 3. April 2014

Ausstellungsansicht “Affekte”, Foto: Erich Malter

Kunstpalais Erlangen Ausstellungsdoku Afekte Ausstellungeröffnung 3. April 2014

Ausstellungsansicht “Affekte”, Foto: Erich Malter

 

 

 

 

 

 
Vormittags gibt es Angebote und Praxisworkshops für unsere jungen Besucher, zu denen ihr eure Kinder am besten gleich hier anmelden könnt. Im Musikinstrumentenworkshop bauen die Kinder ein eigenes Musikinstrument. Im Modellbau-Workshop: Kleine Sammler – Museum in a box werden Kinder und Jugendliche, passend zum Motto des Internationalen Museumstags, selbst zu Sammlern und begeben sich auf die Suche nach interessanten Objekten. Dabei lernen sie die Aufgaben eines Museums einmal aus der Nähe kennen.

Ihr wollt wissen wie der aktuelle Audioguide für Jugendliche zur Ausstellung Affekte entstanden ist? Dann kommt um 12 Uhr zur Präsentation des Audiowalkprojekts.

Audiowalkprojekt: Die Schüler bei der Arbeit im Tonstudio

Audiowalkprojekt: Die Schüler bei der Arbeit im Tonstudio

Audiowalkprojekt: Die Schüler beim Brainstorming für ihren Audioguide-Beitrag

Audiowalkprojekt: Die Schüler beim Brainstorming für ihren Audioguide-Beitrag

 

 

 

 

 

 

 
Ab 14 Uhr wird es wissenschaftlich. Im Science Slam Affekte stellt die Emmy Noether-Nachwuchsgruppe Form und Emotion der Johannes Gutenberg-Universität Mainz für das Kunstpalais ihre Forschungsprojekte in kurzen und unterhaltsamen Präsentationen vor. Danach geht es gemeinsam in die Ausstellung, wo die Debatte weitergeht und ihr mit den Nachwuchsforschern ihre Thesen diskutieren könnt. Für besonders Eilige gibt es am Nachmittag Speedführungen durch die Ausstellung, bei denen ihr einen schnellen Überblick bekommt. Am Abend präsentieren Studierende der FAU Erlangen-Nürnberg das Re-enactment-Projekt The Battle of Orgreave von Jeremy Deller. Lasst Euch überraschen!

Zum Abschluss des Internationalen Museumstags im Kunstpalais findet um 20.30 Uhr eine affektgeladene Filmvorführung von Videos des in Berlin lebenden britischen Künstlers Clement Page statt.

Clement Page: Hold Your Breath 2010. Super 16mm transferred to HD & DVD, Black & White, 17 minutes, Dim's Variable, Video still, Courtesy of Sammlung Goetz, Munich.

Clement Page: Hold Your Breath 2010. Super 16mm transferred to HD & DVD, Black & White, 17 minutes, Dim’s Variable, Video still, Courtesy of Sammlung Goetz, Munich.

Wie man sieht: Es wird euch Einiges geboten. Der Internationale Museumstag ist eine gute Gelegenheit das Kunstpalais und seine Mitarbeiter kennenzulernen und die aktuelle Ausstellung Affekte zu besuchen. Schaut doch einfach mal vorbei!

Wir freuen uns auf euch!

Out Now: Der Katalog zur Ausstellung Freiheit!

Eine erfolgreiche Ausstellung braucht einen besonderen Katalog. Hier ist er, gerade erschienen und druckfrisch:

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International und interdisziplinär präsentiert sich der neu erschienene Katalog zur Gruppenausstellung Freiheit!, die im vergangenen Jahr im Kunstpalais stattfand. Beleuchtet wurde das Thema vor allem von einem außereuropäischen Standpunkt aus. Aufgrund des großen Besucheransturms ging die Ausstellung mit Ai Weiwei, Lars Ø. Ramberg und Artur Zmijewski u.a. sogar noch in die Verlängerung.

Die Künstlerinnen und Künstler kommen im Katalog auch selbst zu Wort: Mit Ina Neddermeyer, Jessica Ullrich und Sarah Lampe vom Kunstpalais sprachen sie über ihre Werke in der Ausstellung und ihre persönliche Haltung zum Thema Freiheit.
Freiheit ist nicht gleich Freiheit: Facettenreich wie das Thema zeigt sich nun auch der Katalog: Meinen wir alle dasselbe, wenn wir von Freiheit sprechen? Dieser Frage geht Kunstpalais-Direktorin Claudia Emmert in ihrem Beitrag „Freiheit, die ich meine – Freiheit zwischen gesellschaftlicher Norm und individuellem Wert“ nach.
Aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Disziplinen beschäftigen sich die Professoren Heiner Bielefeldt, Michael Lackner, Georges Tamer, Andreas Feigenspan und Birgit Emich von der FAU Erlangen-Nürnberg und Dr. Andreas Jakob, Leiter des Stadtarchivs Erlangen, mit Freiheit in Gesellschaft, Religion, Geschichte und Hirnforschung.
Als besonderes Extra gibt es am Ende des Katalogs eine Schablone zum Ausklappen. Damit könnt ihr selbst kreativ werden und wortwörtlich Farbe bekennen.

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Ab sofort ist der Katalog für 29,80€ im Museumsshop des Kunstpalais und online im Webshop erhältlich. Sichert euch Freiheit! am besten gleich heute!

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