Keine Zeit zum Ausruhen…

In den vergangenen zwei Monaten konnte man bei uns im Kunstpalais in der Ausstellung Radical Beauty die radikale Schönheit von Almut Lindes Werken bewundern. Wie das Presseecho zeigt, war die Ausstellung ein voller Erfolg. Sogar die Süddeutsche Zeitung berichtete mit einer umfangreichen Fotostrecke darüber.

Kunstpalais Erlangen Ausstellung

Eines der Highlights im Begleitprogramm zur Ausstellung war das Künstlergespräch mit Almut Linde, bei dem man die Möglichkeit hatte einen Einblick rund um ihre Arbeit und die Hintergründe ihrer Kunst zu gewinnen. Im Rahmen unserer Workshop-Reihe konnte man außerdem sein Körperbewusstsein unter Beweis stellen und – von Almut Lindes Fotografien inspiriert – eigene One-minute-sculptures erschaffen. Im Fotografieworkshop ganz schön hässlich entstanden, im wahrsten Sinne des Wortes, schrecklich schöne Bilder und beim Malen unter dem Motto Another beauty konnte man eigene Kunstwerke mit nicht ganz so alltäglichen Mitteln wie Roter Bete oder Tintenfischtinte kreieren. Bei so viel Action verging die Zeit wie im Flug. Letzte Woche ging die Ausstellung zu Ende.

Im Künstlergespräch mit Almut Linde

Im Künstlergespräch mit Almut Linde

Doch zum Verschnaufen bleibt keine Zeit, denn es geht turbulent weiter. Die Vorbereitungen für die Ausstellung Affekte laufen schon seit Monaten auf Hochtouren. Am 3.4. ist es dann endlich soweit und der Startschuss für Affekte fällt. In der Ausstellung setzen sich 11 Künstler aus 7 verschiedenen Ländern mit der Darstellung von Affekten in zeitgenössischer Kunst auseinander. So viel kann verraten werden: Es wird schrill, bunt, laut und actionreich.

Key Visual_Affekte

Im Rahmen der Ausstellung haben wir natürlich ein genauso buntes und breitgefächertes Begleitprogramm parat. Da ist für jeden Geschmack was dabei. Langweilig wird es also garantiert nicht.

Die besonders Wissbegierigen unter euch dürfen sich unsere wissenschaftliche Vortragsreihe keinesfalls entgehen lassen. Jede Woche werden wir renommierte Akademiker aus ganz Deutschland zu Gast haben, die das Thema Affekte aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchten. Und das Ganze ist auch noch kostenlos.

Auch für Film- und Theaterfreunde gibt es viel zu sehen. Bei Aufführungen des Stückes Biedermann und die Brandstifter von der Studiobühne Erlangen, Filmvorführungen von Mandela – Der lange Weg zur Freiheit im E-Werk Kino oder dem Filmabend I know you well. Well enough to fear you kommt sicher jeder auf seine Kosten. Wer lieber was fürs Ohr möchte, sollte unsere Konzert- und Musikabende nicht verpassen.

Eines der vielen Highlights unseres Programms zu Affekte wird sicher der Palais Slam, der erste Poetry Slam hier im Kunstpalais. Neben der vollen Ladung geballter Poesie gibt’s dazu noch Live-Musik der Hip-Hop Band Mihalys Theorie.

Zum Schluss noch ein besonderer Tipp: Den Internationalen Museumstag am 18. Mai werden wir hier im Kunstpalais auch gebührend feiern. Und zwar mit vielen interessanten Aktionen und Events, die den ganzen Tag über stattfinden werden.

Ihr seht, wir haben viel vor, aber das war noch längst nicht alles :) Neugierig? Dann holt euch weitere Infos hier oder kommt vorbei und schaut es euch selbst an!

Wir freuen uns auf euch!

Jugendliche auf der Suche nach “Radikaler Schönheit” in Erlangen: Ein Fotografieworkshop im Kunstpalais

MuelleimerEine Gruppe von Jugendlichen der Jakob-Herz-Schule, Staatliche Schule für Kranke war über mehrere Wochen zu Besuch im Kunstpalais. Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler unter der Leitung von Kunstvermittler Benjamin Zimmermann intensiv mit Almut Lindes Ausstellung „Radical Beauty“ beschäftigt hatten, gingen sie im praktischen Teil selbst auf die Suche nach „Radikaler Schönheit“ im Erlanger Stadtraum.

Beim ersten Treffen gab es einen Fotografieworkshop unter dem Titel „Ganz schön hässlich“. In Kleingruppen erforschten die Jugendlichen mit Kameras die nähere Umgebung des Kunstpalais und fotografierten Mülltonnen, Schlammpfützen, Baustellen und verschmutzte Stromkästen. Dabei versuchten sie diesen „hässlichen“ Motiven etwas Schönes abzugewinnen und haben so  kuriose Szenerien wie einen umgeworfenen Verkehrskegel oder ein eigenartiges Objekt neben einer Mülltonne entdeckt.

Kegel

Beim zweiten Workshop standen Installationen der Künstlerin im Vordergrund. Ausgehend von Almut Lindes Rechtecken aus Kohle und Blaukorn und ihrem Konzept des “Dirty Minimal” beschäftigten sich die Jugendlichen mit Land-Art-Künstlern wie Richard Long, lernten aber auch Arbeiten von Street-Art-Künstlern kennen. Anschließend entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigene Konzepte für Arbeiten im Stadtraum. Mit einfachen Materialien setzten sie ihre Ideen in Kleingruppen um und fotografierten sie:

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Almut Lindes Video-Arbeiten waren das Thema des letzten Workshops. Ähnlich wie in ihrem einminütigen Film „Stillness“ sollten die Jugendlichen kurze Videos erstellen, die sich auch als Endlosschleife präsentieren lassen. Auch hier ging es wieder um den Begriff Schönheit, in diesem Fall jedoch um Schönheit im Verborgenen. Dabei filmten sie im Wind wehende Federn, das Schattenspiel eines Baums, eine Rolltreppe im Kaufhaus und ein zitterndes Absperrband.

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Ein spannendes Projekt mit tollen Ergebnissen. Das Team des Kunstpalais gratuliert zu den im Workshop entstandenen Arbeiten!

One Minute Sculpture – Mein Körper als Kunstwerk

OneMinuteSculpture4Künstlerisch tätig werden ganz ohne Pinsel, Baumaterial oder andere Hilfsmittel?

Almut Linde schafft mit ihren beeindruckenden Aufnahmen von Artisten „radikal schöne“ Verbindungen von Statik und Lebendigkeit, die sie im Moment vermeintlicher Perfektion auf großformatigen Fotos festhält. Doch auch wir müssen keine ausgebildeten Spitzensportler sein, um ähnliche Ideen umzusetzen, sondern nur die Grenzen unseres Bewegungsspielraums ausloten.

DaOneMinuteSculpture3s bewiesen auch sechs Grundschüler und -schülerinnen der Jakob-Herz-Schule, Staatliche Schule für Kranke, in einem zweistündigen Workshop unter der Leitung von Anne Stabe. Nachdem wir uns vom „Scheitel bis zur Sohle“ aufgewärmt, gebogen, gestreckt und verdreht hatten, verformten wir uns gegenseitig wie Marionetten oder schlossen uns zu großen Gruppenbildern zusammen. Mit vielen Ideen im Kopf ging es wieder zurück in den Ausstellungsraum, wo die Körperskulpturen perfektioniert, in Stellung gebracht und im Moment höchster Vollendung mit Kameras festgehalten wurden. Hier schlug die Kreativität auch schon mal Purzelbäume (im wahrsten Sinne des Wortes), stellte sich die Welt auf den Kopf oder drehte sich um 180° – und Körper wurden zu faszinierenden Kunstwerken.

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Radikale Schönheitsschau

Key Visual_Almut LindeWir starten das Jahr mit einer außergewöhnlichen Ausstellung der Hamburger Künstlerin Almut Linde. Die Einzelausstellung ist Teil einer Kooperation mit internationalen Museen, u.a. in Spanien und Großbritannien. In der umfangreichen Ausstellung mit Fotografien, Videoarbeiten und Rauminstallationen sind außerdem vier neue Werkgruppen zu sehen.

Almut Linde DM #34.1.1
Dirty Minimal #34.1.1, 2005
Lieblingsmilchproduktionseinheit/ Favorite Milk Production Units
4 Light-Jet Print, © the artist

Die Künstlerin begibt sich an Orte, die auf den ersten Blick nicht mit Kunst in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören Bundeswehrkasernen und Schießplätze, ein spanischer Schlachthof, industrielle Betriebe und Grenzgebiete. Almut Lindes Beobachtungen sind schön und grausam zugleich. So schafft sie es wichtige Fragen in den Raum zu stellen – ohne voreilig zu werten oder Vorurteile zu bedienen. Ganz im Gegenteil: die Werke der Künstlerin überlassen dem Besucher selbst das Werten und Beurteilen.

Ganz neu im Kunstpalais

Zum ersten Mal stehen dem Besucher Audioguides zur Verfügung. iPod-touch-Loopausgeschnitten Lasst euch von den neuen Audioguides durch die Werkschau Almut Lindes führen und erfahrt mehr über ihre Ideen, ihre Herangehensweise und ihr Konzept des “Dirty Minimal”. Hört auch was die Direktorin und Kuratorin Claudia Emmert dazu bewegt hat die Künstlerin Almut Linde ins Kunstpalais einzuladen. Die iPodTouch als Audioguide wurden von FMS Computer Erlangen zur Verfügung gestellt und ermöglichen eine intermediale Auseinandersetzung mit den Werken der Ausstellung.

Außerdem gibt es Veranstaltungen, bei denen ihr euch weiteren Input holen, mitreden oder auch selbst künstlerisch tätig werden könnt. Erfahrt im Künstlergespräch mit Almut Linde mehr über ihr Konzept des „Dirty Minimal“ oder begleitet Claudia Emmert und die Kunsthistorikerin Eva Wattolik bei einer dialogischen Führung durch die Ausstellungsräume. Bei diesem Termin ist Mitreden angesagt. Wenn ihr selbst kreativ werden möchtet, macht bei einem der angebotenen Workshops mit. Zusammen mit unseren Kunstvermittlern könnt ihr bei dem Fotografieworkshop “Ganz schön hässlich” im Stadtbild von Erlangen die Schönheit im Hässlichen suchen oder inszenieren. Kinder können bei dem Malworkshop „Another Beauty“ mit ungewöhnlichen Materialien des Alltags – von roter Bete bis hin zu Tintenfischtinte – ein eigenes Gemälde schaffen.

Hier findet ihr weitere Workshops und das vollständige Begleitprogramm zu „Radical Beauty“ mit allen wichtigen Terminen, die ihr natürlich auf keinen Fall verpassen solltet.

Begleitprogramm

EINTAUCHEN in die Kunst – Eine Mitmachklanginstallation im Kunstpalais

PapierfädenIn einem 5-tägigen Sommerferienworkshop experimentierten Schüler verschiedener Altersstufen im Kunstpalais. Gemeinsam erkundeten, planten, schnitten, klebten, rechneten, sägten, bohrten, schraubten, verzierten, zeichneten und malten sie.

Zu Beginn der Workshopwoche führte Jessica Ullrich, im Kunstpalais zuständig für die Kunstvermittlung, die Teilnehmer durch die aktuelle Ausstellung Walking Beside Time der dänischen Künstlerin Kirstine Roepstorff. Im Obergeschoss erklärte sie den Schülern das Konzept und die Arbeitsweise der Künstlerin, die u.a. mit großformatigen Collagen, verschiedenfarbigen transparenten Vorhängen und einer Auswahl wertvoller Steine aus verschiedenen Ländern einen Gang durch Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart inszeniert. Im Untergeschoß standen dann Roepstorffs Messingobjekte, die sich künstlerisch mit dem Thema Klang auseinandersetzen im Fokus der Führung. In ihren Collagen und Skulpturen arbeitet Roepstorff mit wiederkehrenden Formen und Materialien: Eine wellenartige Fom etwa symbolisiert ihre Vorstellung eines sehr alten Ur-Klangs.

IMG_4475Nach der Führung entwarfen die Schüler erste Skizzen für das große Sommerferienprojekt, das in dieser Woche entstehen sollte. Mit der Vorgabe, das einige Kisten aus Pappe, die sogenannten MuseobilBoxen, verbaut werden sollten, entstand die Idee, ein hölzernes Hausgerüst zu bauen, das die einzelnen Boxen miteinander verbindet. Außerdem sollten in das Haus Licht und Klangelemente einziehen. Stoffe, Schmuck, Perlen, Papiere, Mosaik standen zur Gestaltung der Boxen bereit. Einkaufslisten wurden geschrieben und ab ging es in den Baumarkt!

Unzählige Holzlatten wurden für das Gerüst des Hauses ausgemessen, gesägt, gebohrt und geschraubt. Dem gängigen Klischee entsprechend waren vor allem die Jungs mit großer Begeisterung bei den Arbeiten mit den Bohrmaschinen dabei. Aber auch die Mädels beteiligten sich tatkräfitg. Nach und nach entstanden immer mehr Ideen: Was wäre ein Haus beispielsweise ohne einen Kamin? Und dann durfte natürlich auch das Kaminrohr und der zugehörige Ofen nicht fehlen.

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Mit großer Ausdauer und wachsender Begeisterung arbeiteten die Teilnehmer am Holzhaus und ihren einzelnen Kleinprojekten, den MuseobilBoxen. Angeleitet von den Kunstvermittlern Cosima Bauer, Eva Winter, Benjamin Zimmermann und Diego Sindbert entstanden in der Woche viele kleine Kunstwerke, die am Ende zur großen Raumcollage im Innenhof des Kunstpalais zusammengesetzt wurden.

Anklänge an Roepstorffs Konzept der Raumcollage fanden sich genauso wieder, wie die Arbeit mit Materialien aus dem Alltag. Auch formal tauchte einiges wieder auf, das in der Ausstellung zu sehen war, wie die kostbar wirkenden, abstrakten Formen, die an dünnen Fäden hängen und Assoziationen an Klänge hervorrufen. Das Eintauchen in neue Welten, wie in Kirstine Roepstorffs Ausstellung das Eintauchen in vergangene Zeiten, Unterwasserwelten oder kosmische Sphärenklänge, wurde hier ergänzt durch ein Angebot zum Eintauchen in die Vorstellungswelt von 12 Kindern und Jugendlichen.

Die vielen individuellen Projekte ergaben am Ende ein großes Ganzes und bildeten eine phantasievolle Raumcollage. Das Motiv des Hauses, in dem zwar jeder Bewohner sein eigenes Zimmer nach seinen Wünschen gestalten kann, aber dennoch in einer Gemeinschaft lebt, wurde hier mit viel Kreativität und Einfallsreichtum umgesetzt.

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Der Workshop „Eintauchen“ wurde im Rahmen des Förderprogramms Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung unterstützt. Die Mitmachklanginstallation ist in Kooperation des Kunstvermittlungsteams des Kunstpalais mit der Jugendkunstschule Erlangen, der Staatlichen Schule für Kranke und der Kinder- und Jugendabteilung für psychische Gesundheit des Universitätsklinikums Erlangen entstanden.

Das Ergebnis wurde am Samstag nach Ende des Workshops der Öffentlichkeit im Innenhof des Palais Stutterheim präsentiert. Zurzeit ist das Haus noch für einige Wochen im Frankenhof, Südliche Stadtmauerstraße 35 in Erlangen, zu bewundern.

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Jugend Kunst Schule Erlangen MuseobilBOX_mitBVMP_rgb

„Cooper“ – Ein Film über einen kleinen Mann mit großen Träumen

Entstanden im Rahmen des Workshops „Knetanimation“ mit Schülern (Josie, Lucas, Lukas, Lorenz,  Lisa, Ben und Luka) der Schule für Kranke unter der Leitung von Eva Winter

Mit großer Neugier und wachsamen Augen verfolgten die Schüler die Geschichte der sieben Emigranten, die der dänische Künstler Nikolaj Larsen in seinem Film „Promised Land“, die in der Ausstellung “Freiheit!” im Kunstpalais gezeigt wird, zu Wort kommen lässt. Was bedeutet für Mohammed, Jafar, Hasan, Camron, Khan, Reza und den erst drei Jahre alten Nima der Begriff Freiheit? Weshalb fliehen die Männer aus ihrer Heimat – warum lassen sie ihre Familien zurück – welche Gefahren nehmen sie in Kauf – was erhoffen sie sich von dem fremden Land, von dem sie schon so lange träumen und was ist ihr größter Wunsch?

Angeregt von der bewegenden Geschichte dieser Männer und den beeindruckenden Bildern, schufen die Kinder einen Stop-Motion-Film namens „Cooper“. Cooper ist ein kleiner Knetgummimann, der, in seiner Heimat unterdrückt, von einem Leben in Freiheit träumt. Mit großem Mut und unerschütterlichem Willen macht sich Cooper auf den Weg, um das Land seiner Träume zu finden.

Nachteule oder Tagträumer?

Um die Winterpause zu versüßen, haben wir noch etwas ganz Besonderes für dich! Zwar ist Benedikt Hipp schon lange aus den Hallen des Kunstpalais ausgezogen, aber so wirklich wahr haben, wollen wir es alle nicht. Daher gibt es noch ein kleines Video zum unvergesslichen „Tagträumer und Nachteulen Workshop“ mit der Theaterwissenschaftlerin Rosalin Hertrich.

Hinter Masken und Kostümen versteckt, performten zehn tollkühne Tag- und Nachträumer in den erleuchteten Gassen Erlangens. Neugierig geworden? Dann lehn dich zurück, höre und staune, was Rosalin dir noch zu erzählen hat über diesen skurrilen, zweitägigen Workshop hier bei uns im Kunstpalais.

Architektur erleben!

Eine Kooperation von Kunstpalais und Jugendkunstschule Erlangen mit Michael-Poeschke-Grundschule, dem städtischen Kinderhort Holist, der Hermann-Hedenus-Schule und der Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg.

Architektur erleben! Von März bis Mai 2012 setzten sich rund 40 Kinder und Jugendliche künstlerisch mit Architektur und Stadtplanung auseinander und lernten ihre eigene Stadt aus neuen Blickwinkeln kennen. Es fanden Ausstellungsbesuche in Keimzelle Erlangen: Otto Herbert Hajek im Kunstpalais, Modellworkshops und Stadterkundungen statt. Als fulminanter Abschluss wurden die Miniaturmodelle, Architekturlandschaften und Raumwürfel in einer Ausstellung präsentiert!

Wollt ihr euch einen eigenen Eindruck verschaffen? Hier einige Impressionen der Ausstellungseröffnung von “Architektur erleben” in den Schaufenstern vom Atelier Pinsl. Wer die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler sehen möchte, hat noch bis zum 31. Juli 2012 die Gelegenheit einfach vorbeizuschlendern  (Westliche Stadtmauerstrasse 19, Erlangen).

Video: Christina Schöner | Schnitt: AKTIV Kommunikationsmarketing Nürnberg

Die Veranstaltung fand statt im Rahmen von:

Stadt.Geschichte.Zukunft | 13. Mai – 31. Juli 2012
Eine bayernweite Veranstaltungsreihe von STADTKULTUR Netzwerk Bayerischer
Städte e.V. mit den beteiligten Städten, Schulen, Museen und weiteren Partnern vor Ort.
Das komplette Programm finden Sie unter: http://www.stadt-geschichte-zukunft.de

Gastbeitrag #4: Schau in mein (Wut-)Gesicht!

Ein Erfahrungsbericht zum Maskentheaterworkshop „Wutgesicht“ von Christina Schöner

Wut. Wir alle kennen sie. Manchmal staut sie sich in uns an, bis wir es nicht mehr aushalten. Dann platzt uns sprichwörtlich der Kragen und wir machen unseren Gefühlen freien Lauf. Vielleicht werden wir sogar von ihr ergriffen und fortgespült. Doch so bekannt uns diese Emotion ist, so unterschiedlich sind ihre Ursprünge und Ausdrucksformen in jedem von uns. Wie sich Wut im Menschen äußern kann, durfte ich an zwei Tagen als Teilnehmerin eines Maskentheaterworkshops im Rahmen der Ausstellung “Töten” im Kunstpalais erfahren.

Tag 1

Vorbesprechungen und erste Theaterexperimente

Basis des Workshops war ein Ausstellungsrundgang mit der Gruppe. Gemeinsam besprachen wir ausgewählte Werke: Was sehen wir, wie sehen wir es, was rufen die Werke der Ausstellung in uns hervor? Spüren wir etwa Wut über das Gezeigte? Wie wird Wut in den künstlerischen Arbeiten thematisiert? Nach dem Rundgang begannen erste Aufwärm- und Reflexionsübungen mit dem Spiel mit unseren Namen. In verschiedenen Lautstärken, Betonungen, Intonationen und Emotionszuständen und kleinen Szenen experimentierten wir mit der Bewegung im Raum. Die Szenen werden intensiver und beruhigen sich wieder. Durch Meditation besinnen wir uns der eigenen Gefühle, dem eigenen Befinden. Existiert Wut im eigenen Körper, wo ist diese verortet und wie fühlt sie sich an? Habe ich bereits eine Idee, wie die Wutmaske aussieht? Nach dieser Selbstwahrnehmung wird die Wahrnehmung des Gegenübers erprobt. Zu Paaren versetzen wir uns in den Anderen: Was macht iwohl wütend und wie könnte Deine Wutmaske aussehen?

Ab in die Praxis

Nun endlich geht es in die Praxis! Wir finden uns in Teams zusammen und besprechen unsere Ideen. Es wird die Form der Maske diskutiert – Halb- oder Vollgesichtsmaske, ob Öffnungen für Augen, Mund und Nase vorhanden sein sollen, oder nicht. Oder ob etwa Einarbeitungen oder Strukturierungen bereits von vornherein eingebunden werden sollen. Dann wird losgelegt. Binden zerschnippelt, Gipsbinden mit Wasser getränkt. Dabei nur nicht vergessen, sich dick einzucremen und dabei möglichst keine Stelle auslassen. Nicht das jemand eine unbeabsichtigte Haarentfernung bekommt! Nach einer kurzen Antrocknungszeit können die Masken wieder vom Gesicht gelöst werden –was für ein Freiheitsgefühl! Auf den fertigen Maskenrohling, werden noch Details modelliert. Nun schnell, die Zeit ist fast schon um. Im Sprint wird die letzte Maske beendet, bevor alle sich in den Restsamstag verabschieden. Derweil härten unsere Masken friedlich aus und schlafen in den nächsten Tag hinein.

Hier ein paar Einrücke vom ersten Workshoptag:

Tag 2

Emotionsspiele – Aufwärmübungen

Am zweiten Workshoptag begannen wir vor dem Fertigstellen der Masken mit mehreren Theaterübungen. Zunächst wärmten wir uns durch Bewegung auf und erschlossen so den Raum. Dann verbanden wir diese mit verschiedenen Emotionen oder Körperzuständen. Wir spielen für uns allein und dann paarweise. Mit unserem Gegenüber probieren wir Emotionen aus. Stellen sie gegenüber, gehen aufeinander ein oder blockieren sogar das Spiel des anderen. Wir fragen uns in einer abschließenden Besprechung: Vermitteln wir die Emotion glaubhaft? Noch einmal wird die eigene Wut mit einem Gesprächspartner reflektiert. Ursachen und Äußerungen erläutert. Dann wird erneut meditiert. Über die Verortung der Wut in unserem Körper. Über ihre Gestalt, Form und Farbe.

Maskenfinish

Nach dieser Meditation ist der Kurs eingestellt auf die zweite Kreativphase. Wir beginnen, unseren Vorstellungen konkrete Gestalt auf dem Maskenrohling zu geben. Erste Ideen, die am Vortag entstanden sind, konkretisieren sich in Form und Farbe. Wir schnippeln, schneiden, schaben und bohren, bearbeiten den Rohling auf unterschiedlichste Weise. Gipsformen scheinen in das künstliche Gesicht zu fließen oder umkränzen es strahlengleich. Erste Entwürfe werden im Arbeitsprozess wieder verworfen. Farben geändert. Formen zugunsten anderer aufgegeben. Wir tragen Farbe auf. Rot, gelb, grün. Blau und rot, schwarz und weiß. Gemischt oder in leuchtender Reinform. Tupfen, streichen, sprenkeln, stricheln. Ziehen Konturen nach, akzentuieren mit anderen Materialien. Auf Höhen schimmert Glitter. Federn wachsen Auswüchsen ähnelnd aus der Maske hinaus. Schnüre schlängeln sich tentakelgleich in alle Richtungen. Ab und zu halten wir inne, probieren die Maske auf. Betrachten uns im Spiegel – ist das meine Wutmaske?

Das Spiel mit den Masken oder: Ich bin die Wut in dir

In der Gruppe positionieren wir uns vor der Maske. Zunächst erläutern wir ihr Äußeres, aus der Position ihres Schöpfers. und versetzen uns dann in sie hinein. Wir beschreiben uns selbst, die Wutmaske. Wie sehe ich aus und was tue ich für meinen Träger? Weshalb war ich, die Maske oder mein Träger, das letzte Mal wütend und wie soll sich das äußern? Wie wirkt es, wenn jemand anders die Maske trägt? Der Übergang in die Spielphase ist fließend. Wir bewegen uns mit Maske durch den Raum. Setzen sie auf, setzen sie ab. Begegnen anderen Masken. Äußern unsere besonderen Eigenheiten in Lauten und Gesten. Führen der Gruppe vor, wie die Maske wirkt, wenn sie sich alleine auf die Gruppe zubewegt. Und diskutieren über die verschiedenen Eindrücke. Danach bewegen wir uns noch einmal mit unseren Masken durch den Raum. Dabei versuchen wir, unser ganz eigenes Standbild und einen Gruppenlaut zu finden.

Als Fazit des Wochenendes kann man die folgenden Worte verwenden: Intensiv. Ungewohnt. Persönlich. Und dennoch unbedingt eine Erfahrung wert.

Abschließend noch Impressionen vom letzten Workshoptag:

Zur Person: Christina Schöner studiert Kunstgeschichte und Pädagogik und ist zurzeit Praktikantin im Kunstpalais.

Pimp your city – Erlanger Marktplatz wird bunt

Ganz Europa bibberte vor zwei Wochen unter dem strengen Frost, und auch Erlangen hatten die Minusgrade fest im Griff. Dennoch konnte die Eiseskälte die Teilnehmerinnen des Workshops “Meine Farbe in der Stadt” (in Kooperation mit dem Theater Erlangen) nicht davon abhalten,  ihre kreativen Spuren am Erlanger Marktplatz zu hinterlassen. Ganz im Sinne Hajeks haben sie dem winterlichen Platz neues Leben eingehaucht und ihn so in ein vollkommen neues Licht gerückt: Der Wasserspeier des Brunnens spuckt plötzlich bunte Stoffbahnen, eine Sitzbank wurde mit Hilfe einer Decke in ein kuscheliges Sofa verwandelt – so ließ sich der heiße Tee gleich noch besser genießen – und auch die Laternen erhielten Dank eines “Farbliftings” ein neues Aussehen. Schließlich wurde vor den Stufen des Palais Stutterheim sogar der rote Teppich ausgerollt.

Dass diese Aktion nicht unbemerkt blieb, versteht sich von selbst. Einige neugierige Zuschauer beobachteten das Treiben und waren sichtlich begeistert über die Veränderung des Marktplatzes. Da ist es eigentlich schade, dass diese Veränderungen nach Ende des Workshops wieder rückgängig gemacht werden mussten. Die Ergebnisse möchten wir euch trotzdem nicht vorenthalten: Viel Spaß beim Durchklicken!

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