Kunstpalais klingt – Töne finden und erfinden bei der Mitmach-Soundinstallation “The Cabinet of Curiousness”

Janet Cardiffs und George Bures Millers Soundinstallation lädt nicht nur zum Zuhören sondern auch zum Mitmachen ein. Öffnet man die verschiedenen Schubladen, ertönen Geräusche, Filmausschnitte, Interviews oder Musik, die der Besucher frei kombinieren kann. So wird man selbst zum DJ, dem Protagonisten des Kunstwerks.

Schüler der Jakob-Herz-Schule vor The Cabinette of Curiousness von

Schüler der Jakob-Herz-Schule vor The Cabinet of Curiousness von Janet Cardiff und George Bures Miller

Auch mit einer Wasserflasche kann man spannende Geräusche erzeugen!

Auch mit einer Wasserflasche kann man spannende Geräusche erzeugen!

Die Schüler der Jakob-Herz-Schule haben die Soundinstallation gründlich erkundet und auf Herz und Nieren getestet. Im Rahmen des zweistündigen Workshops „Bau dir deine mobile Soundbox“ sind sie anschließend mit Aufnahmegeräten bewaffnet losgezogen und haben dem Museum seine Klänge entlockt. Vom Ausstellungsraum über den Museumsshop bis zum Aufzug galt es, Töne zu (er-)finden und aufzunehmen.

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Geeignet ist allerlei Material

Im Vermittlungsraum wartete schließlich eine ganze Fülle an Materialien auf erste Klangexperimente: Kronkorken, Luftpolsterfolie oder bunte Steine wurden zu Schlagzeug, Rassel und Windspiel. Die Lieblingsmaterialien und -mechanismen fanden in Pappboxen ihren Platz.

In Zusammenspiel mit den Geräuschcollagen entstand so eine große interaktive Soundinstallation, an der es viel zu entdecken gibt – von digitalen Tönen bis zu handgemachten Klängen!

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Mobile Soundboxen

Wer auch einmal in die selbstgemachte Klangkunst reinhören möchte, kann einfach einem dieser Links folgen:

http://vocaroo.com/i/s1Mkb0oZn5QK

http://vocaroo.com/i/s0kEI0XVSydI

http://vocaroo.com/i/s030s4r4F4gQ

Endspurt für unsere internationale Gruppenausstellung „Affekte“

Seit der Eröffnung am 3. April ging es im Kunstpalais um Affekte in all ihren Facetten. Mit zahlreichen Vorträgen, Workshops und anderen Veranstaltungen haben wir ein abwechslungsreiches Begleitprogramm für euch auf die Beine gestellt.
Wir blicken zurück auf eine erfolgreiche Ausstellung und viele Höhepunkte.

Ein Highlight war sicherlich unsere große Vortragsreihe, die Premiere des ersten Poetry Slams im Kunstpalais oder auch der Internationale Museumstag. Mit dieser Ausstellung und dem Begleitprogramm wird deutlich, wie brisant und aktuell das Thema Affekte ist. Die insgesamt 18 Vorträge eröffneten eine große thematische Bandbreite: angefangen bei einer neurobiologischen Betrachtung von Affekten über ihre Zusammenhänge in Kunst, Musik und Kultur bis hin zu theaterwissenschaftlichen Beiträgen. Zu Gast waren Wissenschaftler aus ganz Deutschland, wie zum Beispiel Prof. Friedrich Weltzien von der Hochschule Hannover, Dr. Kerstin Thomas von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Prof. Gabriele Brandstetter von der Freien Universität Berlin.

Doch nun neigt sich die Ausstellung dem Ende zu. Am kommenden Sonntag, 8. Juni, habt ihr zum letzten Mal die Gelegenheit, sie zu besuchen. Zum Abschluss haben wir auch für diesen Tag ein Programm zusammengestellt:
Um 16 Uhr findet die letzte öffentliche Führung durch die Ausstellung statt. Anschließend wird um 18 Uhr das Ergebnis des Hip-Hop-Videoworkshops präsentiert. In Zusammenarbeit mit der Jugendkunstschule haben Jugendliche ihr eigenes Musikvideo gedreht. Sie holten sich Inspirationen in unserer Ausstellung, tanzten für das Projekt und bearbeiteten anschließend das gefilmte Material.
Als Abschluss des Tages findet um 20 Uhr ein Filmabend statt. Unter dem Titel „I know you well. Well enough to fear you“ haben Claudia Emmert, Leiterin des Kunstpalais, und Simone Neuenschwander, Direktorin vom Kunstverein Nürnberg, ein Programm zusammengestellt. Gezeigt werden Filme von den Künstlern Bas Jan Ader, Susanne Bürner, Oliver Laric, Jeremy Shaw, Hito Steyerl und Erwin Wurm.

Nach dem Ende von „Affekte“ in Erlangen zieht die Ausstellung weiter ins Gemeentemuseum nach Helmond in den Niederlanden und anschließend nach Belgien ins Cultuurcentrum Mechelen. Dort könnt ihr viele Werke, die ihr hier im Kunstpalais bereits kennen gelernt habt, noch einmal mit anderer Schwerpunktsetzung erleben.

Plakat Ausstellung RE: COLLECT

Plakat Ausstellung “RE: COLLECT”

Und bei uns geht es bereits Ende des Monats weiter: Die neue Ausstellung „RE: COLLECT“ steht in den Startlöchern. Am 27. Juni findet um 19 Uhr die Eröffnung statt. Danach könnt ihr die Ausstellung mit Werken aus der Städtischen Sammlung Erlangen bis zum 31. August besuchen. Auch hierzu haben wir wieder ein spannendes Begleitprogramm mit Workshops, Führungen und Veranstaltungen für euch gestaltet. Weitere Informationen zum Programm findet ihr auch auf unserer Website.

Bis bald im Kunstpalais!

Das war der Internationale Museumstag im Kunstpalais

Vergangenen Sonntag öffneten wir zum Internationalen Museumstag unsere Türen für euch. Der ganze Tag war vollgepackt mit allerlei Veranstaltungen.

Los ging es vormittags mit dem Workshop „Bau dir dein eigenes Musikinstrument“ für Kinder. Es wurde gesägt, geklebt und gebohrt. Aus einer Vielzahl von Materialien entstanden dann kleine klingende Kunstwerke, die sie mit nach Hause nehmen konnten. Man glaubt gar nicht, was alles Musik machen kann. Von selbstgebauten Rasseln, über Trommeln bis hin zur Panflöte war alles dabei.

Auch dieses Jahr waren wieder die Schülerinnen und Schüler der Realschule am Europakanal beim Internationalen Museumstag dabei: Sie präsentierten ihr Audiowalkprojekt und sprachen mit den Kunstvermittlern Susanna Wolf und Benjamin Zimmermann über ihre Erfahrungen bei der Gestaltung des Audioguides für Jugendliche, den sie zur aktuellen Ausstellung Affekte entwickelt haben. Jede Gruppe behandelte ein Kunstwerk und stellte dazu einen Beitrag zusammen, den das Publikum dann auch anhören konnte. Wenn ihr die Präsentation verpasst habt, ist das zwar sehr schade, aber ihr könnt euch die Ergebnisse trotzdem anhören: Leiht euch einfach kostenlos den Audioguide für Jugendliche beim nächsten Ausstellungsbesuch aus.

Am Nachmittag wurde es wissenschaftlich. Die Emmy Noether-Nachwuchsgruppe „Form und Emotion“ der Johannes Gutenberg-Universität Mainz war zu Gast. Unter der Leitung von Dr. Kerstin Thomas stellten die jungen Wissenschaftlerinnen ihre Forschungsprojekte vor. Danach ging es mit ihnen gemeinsam zur Diskussion in die Ausstellung.

Es gab viele interessante Ansatzpunkte, um über die Kunstwerke in der Ausstellung zu diskutieren:
Springen Affekte auf uns über? Was verändert sich beim Betrachter, wenn er bestimmte Informationen zu den Ausstellungsstücken bekommt? Unterscheidet sich der Konsens über Affekte und Emotionen je nach gesellschaftlichem, nationalem oderreligiösem Kontext der Betrachter?
Eine weitere interessante Frage war die nach dem Zusammenhang von Echtheit, Affekten und Emotionen. Bewerten wir die Dinge anders, wenn man weiß, dass die gezeigten Affekte nicht authentisch sind, sondern Affektinszenierungen? Über solche Aspekte wurde an verschiedenen Stationen der Ausstellung zusammen mit den Teilnehmern rege diskutiert.

Am Abend präsentierten Studierende der Friedrich-Alexander-Universität das Re-enactment-Projekt „The Battle of Orgreave“ von Jeremy Deller.
Im Juni 1984 kam es in Orgreave (England) zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen streikenden Bergarbeitern und der Polizei. 2001 brachte der britische Künstler Jeremy Deller knapp 1000 Menschen zusammen und veranstaltete ein Re-enactment der Geschehnisse dieses historischen Ereignisses. Re-enactment heißt übersetzt soviel wie Nachstellung oder Wiederaufführung. Dabei dreht sich alles um die Möglichkeit des emotionalen und körperlichen Nachempfindens eines konkreten Ereignisses in möglichst korrekter und authentischer Weise.

Die Studierenden inszenierten die Eröffnung einer Ausstellung über das Ereignis „Battle of Orgreave“. Sie zeigten filmische Ausschnitte des Re-enactments, zusammengeschnitten mit Originalberichten, und stellten „historische“ Gegenstände aus. Mit „Kamera“ und Mikrophon ausgestattet, gingen sie durch die Sitzreihen und interviewten die Zuschauer der „Ausstellungseröffnung“. Um einen stärkeren Eindruck von dem historischen Ereignis zu bekommen, konnten die Besucher sich außerdem über MP3 Player Originalstimmen anhören und in präparierten Tageszeitungen blättern, die angeblich tagesaktuell von der Schlacht berichteten.

Viele Besucher kamen aber nicht nur zu den angebotenen Veranstaltungen, sondern nutzen einfach die Gelegenheit zum kostenlosen Ausstellungsbesuch.

Es war wirklich einiges los bei uns im Kunstpalais am Internationalen Museumstag.

Ihr habt leider keine Zeit gehabt? Kein Problem! Auch in Zukunft lassen wir keine Langeweile aufkommen. Ein Besuch bei uns im Kunstpalais lohnt sich immer! Die aktuelle Ausstellung „Affekte“ läuft noch bis zum 8. Juni. Bis dahin gibt es jeden Mittwoch und Donnerstag interessante Vorträge. Die neusten Informationen zu unseren Veranstaltungen findet ihr natürlich auf unserer Internetseite und auf Facebook und Twitter.

Bis bald hoffentlich!

 

Keine Zeit zum Ausruhen…

In den vergangenen zwei Monaten konnte man bei uns im Kunstpalais in der Ausstellung Radical Beauty die radikale Schönheit von Almut Lindes Werken bewundern. Wie das Presseecho zeigt, war die Ausstellung ein voller Erfolg. Sogar die Süddeutsche Zeitung berichtete mit einer umfangreichen Fotostrecke darüber.

Kunstpalais Erlangen Ausstellung

Eines der Highlights im Begleitprogramm zur Ausstellung war das Künstlergespräch mit Almut Linde, bei dem man die Möglichkeit hatte einen Einblick rund um ihre Arbeit und die Hintergründe ihrer Kunst zu gewinnen. Im Rahmen unserer Workshop-Reihe konnte man außerdem sein Körperbewusstsein unter Beweis stellen und – von Almut Lindes Fotografien inspiriert – eigene One-minute-sculptures erschaffen. Im Fotografieworkshop ganz schön hässlich entstanden, im wahrsten Sinne des Wortes, schrecklich schöne Bilder und beim Malen unter dem Motto Another beauty konnte man eigene Kunstwerke mit nicht ganz so alltäglichen Mitteln wie Roter Bete oder Tintenfischtinte kreieren. Bei so viel Action verging die Zeit wie im Flug. Letzte Woche ging die Ausstellung zu Ende.

Im Künstlergespräch mit Almut Linde

Im Künstlergespräch mit Almut Linde

Doch zum Verschnaufen bleibt keine Zeit, denn es geht turbulent weiter. Die Vorbereitungen für die Ausstellung Affekte laufen schon seit Monaten auf Hochtouren. Am 3.4. ist es dann endlich soweit und der Startschuss für Affekte fällt. In der Ausstellung setzen sich 11 Künstler aus 7 verschiedenen Ländern mit der Darstellung von Affekten in zeitgenössischer Kunst auseinander. So viel kann verraten werden: Es wird schrill, bunt, laut und actionreich.

Key Visual_Affekte

Im Rahmen der Ausstellung haben wir natürlich ein genauso buntes und breitgefächertes Begleitprogramm parat. Da ist für jeden Geschmack was dabei. Langweilig wird es also garantiert nicht.

Die besonders Wissbegierigen unter euch dürfen sich unsere wissenschaftliche Vortragsreihe keinesfalls entgehen lassen. Jede Woche werden wir renommierte Akademiker aus ganz Deutschland zu Gast haben, die das Thema Affekte aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchten. Und das Ganze ist auch noch kostenlos.

Auch für Film- und Theaterfreunde gibt es viel zu sehen. Bei Aufführungen des Stückes Biedermann und die Brandstifter von der Studiobühne Erlangen, Filmvorführungen von Mandela – Der lange Weg zur Freiheit im E-Werk Kino oder dem Filmabend I know you well. Well enough to fear you kommt sicher jeder auf seine Kosten. Wer lieber was fürs Ohr möchte, sollte unsere Konzert- und Musikabende nicht verpassen.

Eines der vielen Highlights unseres Programms zu Affekte wird sicher der Palais Slam, der erste Poetry Slam hier im Kunstpalais. Neben der vollen Ladung geballter Poesie gibt’s dazu noch Live-Musik der Hip-Hop Band Mihalys Theorie.

Zum Schluss noch ein besonderer Tipp: Den Internationalen Museumstag am 18. Mai werden wir hier im Kunstpalais auch gebührend feiern. Und zwar mit vielen interessanten Aktionen und Events, die den ganzen Tag über stattfinden werden.

Ihr seht, wir haben viel vor, aber das war noch längst nicht alles :) Neugierig? Dann holt euch weitere Infos hier oder kommt vorbei und schaut es euch selbst an!

Wir freuen uns auf euch!

Jugendliche auf der Suche nach “Radikaler Schönheit” in Erlangen: Ein Fotografieworkshop im Kunstpalais

MuelleimerEine Gruppe von Jugendlichen der Jakob-Herz-Schule, Staatliche Schule für Kranke war über mehrere Wochen zu Besuch im Kunstpalais. Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler unter der Leitung von Kunstvermittler Benjamin Zimmermann intensiv mit Almut Lindes Ausstellung „Radical Beauty“ beschäftigt hatten, gingen sie im praktischen Teil selbst auf die Suche nach „Radikaler Schönheit“ im Erlanger Stadtraum.

Beim ersten Treffen gab es einen Fotografieworkshop unter dem Titel „Ganz schön hässlich“. In Kleingruppen erforschten die Jugendlichen mit Kameras die nähere Umgebung des Kunstpalais und fotografierten Mülltonnen, Schlammpfützen, Baustellen und verschmutzte Stromkästen. Dabei versuchten sie diesen „hässlichen“ Motiven etwas Schönes abzugewinnen und haben so  kuriose Szenerien wie einen umgeworfenen Verkehrskegel oder ein eigenartiges Objekt neben einer Mülltonne entdeckt.

Kegel

Beim zweiten Workshop standen Installationen der Künstlerin im Vordergrund. Ausgehend von Almut Lindes Rechtecken aus Kohle und Blaukorn und ihrem Konzept des “Dirty Minimal” beschäftigten sich die Jugendlichen mit Land-Art-Künstlern wie Richard Long, lernten aber auch Arbeiten von Street-Art-Künstlern kennen. Anschließend entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigene Konzepte für Arbeiten im Stadtraum. Mit einfachen Materialien setzten sie ihre Ideen in Kleingruppen um und fotografierten sie:

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Almut Lindes Video-Arbeiten waren das Thema des letzten Workshops. Ähnlich wie in ihrem einminütigen Film „Stillness“ sollten die Jugendlichen kurze Videos erstellen, die sich auch als Endlosschleife präsentieren lassen. Auch hier ging es wieder um den Begriff Schönheit, in diesem Fall jedoch um Schönheit im Verborgenen. Dabei filmten sie im Wind wehende Federn, das Schattenspiel eines Baums, eine Rolltreppe im Kaufhaus und ein zitterndes Absperrband.

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Ein spannendes Projekt mit tollen Ergebnissen. Das Team des Kunstpalais gratuliert zu den im Workshop entstandenen Arbeiten!

One Minute Sculpture – Mein Körper als Kunstwerk

OneMinuteSculpture4Künstlerisch tätig werden ganz ohne Pinsel, Baumaterial oder andere Hilfsmittel?

Almut Linde schafft mit ihren beeindruckenden Aufnahmen von Artisten „radikal schöne“ Verbindungen von Statik und Lebendigkeit, die sie im Moment vermeintlicher Perfektion auf großformatigen Fotos festhält. Doch auch wir müssen keine ausgebildeten Spitzensportler sein, um ähnliche Ideen umzusetzen, sondern nur die Grenzen unseres Bewegungsspielraums ausloten.

DaOneMinuteSculpture3s bewiesen auch sechs Grundschüler und -schülerinnen der Jakob-Herz-Schule, Staatliche Schule für Kranke, in einem zweistündigen Workshop unter der Leitung von Anne Stabe. Nachdem wir uns vom „Scheitel bis zur Sohle“ aufgewärmt, gebogen, gestreckt und verdreht hatten, verformten wir uns gegenseitig wie Marionetten oder schlossen uns zu großen Gruppenbildern zusammen. Mit vielen Ideen im Kopf ging es wieder zurück in den Ausstellungsraum, wo die Körperskulpturen perfektioniert, in Stellung gebracht und im Moment höchster Vollendung mit Kameras festgehalten wurden. Hier schlug die Kreativität auch schon mal Purzelbäume (im wahrsten Sinne des Wortes), stellte sich die Welt auf den Kopf oder drehte sich um 180° – und Körper wurden zu faszinierenden Kunstwerken.

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Radikale Schönheitsschau

Key Visual_Almut LindeWir starten das Jahr mit einer außergewöhnlichen Ausstellung der Hamburger Künstlerin Almut Linde. Die Einzelausstellung ist Teil einer Kooperation mit internationalen Museen, u.a. in Spanien und Großbritannien. In der umfangreichen Ausstellung mit Fotografien, Videoarbeiten und Rauminstallationen sind außerdem vier neue Werkgruppen zu sehen.

Almut Linde DM #34.1.1
Dirty Minimal #34.1.1, 2005
Lieblingsmilchproduktionseinheit/ Favorite Milk Production Units
4 Light-Jet Print, © the artist

Die Künstlerin begibt sich an Orte, die auf den ersten Blick nicht mit Kunst in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören Bundeswehrkasernen und Schießplätze, ein spanischer Schlachthof, industrielle Betriebe und Grenzgebiete. Almut Lindes Beobachtungen sind schön und grausam zugleich. So schafft sie es wichtige Fragen in den Raum zu stellen – ohne voreilig zu werten oder Vorurteile zu bedienen. Ganz im Gegenteil: die Werke der Künstlerin überlassen dem Besucher selbst das Werten und Beurteilen.

Ganz neu im Kunstpalais

Zum ersten Mal stehen dem Besucher Audioguides zur Verfügung. iPod-touch-Loopausgeschnitten Lasst euch von den neuen Audioguides durch die Werkschau Almut Lindes führen und erfahrt mehr über ihre Ideen, ihre Herangehensweise und ihr Konzept des “Dirty Minimal”. Hört auch was die Direktorin und Kuratorin Claudia Emmert dazu bewegt hat die Künstlerin Almut Linde ins Kunstpalais einzuladen. Die iPodTouch als Audioguide wurden von FMS Computer Erlangen zur Verfügung gestellt und ermöglichen eine intermediale Auseinandersetzung mit den Werken der Ausstellung.

Außerdem gibt es Veranstaltungen, bei denen ihr euch weiteren Input holen, mitreden oder auch selbst künstlerisch tätig werden könnt. Erfahrt im Künstlergespräch mit Almut Linde mehr über ihr Konzept des „Dirty Minimal“ oder begleitet Claudia Emmert und die Kunsthistorikerin Eva Wattolik bei einer dialogischen Führung durch die Ausstellungsräume. Bei diesem Termin ist Mitreden angesagt. Wenn ihr selbst kreativ werden möchtet, macht bei einem der angebotenen Workshops mit. Zusammen mit unseren Kunstvermittlern könnt ihr bei dem Fotografieworkshop “Ganz schön hässlich” im Stadtbild von Erlangen die Schönheit im Hässlichen suchen oder inszenieren. Kinder können bei dem Malworkshop „Another Beauty“ mit ungewöhnlichen Materialien des Alltags – von roter Bete bis hin zu Tintenfischtinte – ein eigenes Gemälde schaffen.

Hier findet ihr weitere Workshops und das vollständige Begleitprogramm zu „Radical Beauty“ mit allen wichtigen Terminen, die ihr natürlich auf keinen Fall verpassen solltet.

Begleitprogramm

EINTAUCHEN in die Kunst – Eine Mitmachklanginstallation im Kunstpalais

PapierfädenIn einem 5-tägigen Sommerferienworkshop experimentierten Schüler verschiedener Altersstufen im Kunstpalais. Gemeinsam erkundeten, planten, schnitten, klebten, rechneten, sägten, bohrten, schraubten, verzierten, zeichneten und malten sie.

Zu Beginn der Workshopwoche führte Jessica Ullrich, im Kunstpalais zuständig für die Kunstvermittlung, die Teilnehmer durch die aktuelle Ausstellung Walking Beside Time der dänischen Künstlerin Kirstine Roepstorff. Im Obergeschoss erklärte sie den Schülern das Konzept und die Arbeitsweise der Künstlerin, die u.a. mit großformatigen Collagen, verschiedenfarbigen transparenten Vorhängen und einer Auswahl wertvoller Steine aus verschiedenen Ländern einen Gang durch Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart inszeniert. Im Untergeschoß standen dann Roepstorffs Messingobjekte, die sich künstlerisch mit dem Thema Klang auseinandersetzen im Fokus der Führung. In ihren Collagen und Skulpturen arbeitet Roepstorff mit wiederkehrenden Formen und Materialien: Eine wellenartige Fom etwa symbolisiert ihre Vorstellung eines sehr alten Ur-Klangs.

IMG_4475Nach der Führung entwarfen die Schüler erste Skizzen für das große Sommerferienprojekt, das in dieser Woche entstehen sollte. Mit der Vorgabe, das einige Kisten aus Pappe, die sogenannten MuseobilBoxen, verbaut werden sollten, entstand die Idee, ein hölzernes Hausgerüst zu bauen, das die einzelnen Boxen miteinander verbindet. Außerdem sollten in das Haus Licht und Klangelemente einziehen. Stoffe, Schmuck, Perlen, Papiere, Mosaik standen zur Gestaltung der Boxen bereit. Einkaufslisten wurden geschrieben und ab ging es in den Baumarkt!

Unzählige Holzlatten wurden für das Gerüst des Hauses ausgemessen, gesägt, gebohrt und geschraubt. Dem gängigen Klischee entsprechend waren vor allem die Jungs mit großer Begeisterung bei den Arbeiten mit den Bohrmaschinen dabei. Aber auch die Mädels beteiligten sich tatkräfitg. Nach und nach entstanden immer mehr Ideen: Was wäre ein Haus beispielsweise ohne einen Kamin? Und dann durfte natürlich auch das Kaminrohr und der zugehörige Ofen nicht fehlen.

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Mit großer Ausdauer und wachsender Begeisterung arbeiteten die Teilnehmer am Holzhaus und ihren einzelnen Kleinprojekten, den MuseobilBoxen. Angeleitet von den Kunstvermittlern Cosima Bauer, Eva Winter, Benjamin Zimmermann und Diego Sindbert entstanden in der Woche viele kleine Kunstwerke, die am Ende zur großen Raumcollage im Innenhof des Kunstpalais zusammengesetzt wurden.

Anklänge an Roepstorffs Konzept der Raumcollage fanden sich genauso wieder, wie die Arbeit mit Materialien aus dem Alltag. Auch formal tauchte einiges wieder auf, das in der Ausstellung zu sehen war, wie die kostbar wirkenden, abstrakten Formen, die an dünnen Fäden hängen und Assoziationen an Klänge hervorrufen. Das Eintauchen in neue Welten, wie in Kirstine Roepstorffs Ausstellung das Eintauchen in vergangene Zeiten, Unterwasserwelten oder kosmische Sphärenklänge, wurde hier ergänzt durch ein Angebot zum Eintauchen in die Vorstellungswelt von 12 Kindern und Jugendlichen.

Die vielen individuellen Projekte ergaben am Ende ein großes Ganzes und bildeten eine phantasievolle Raumcollage. Das Motiv des Hauses, in dem zwar jeder Bewohner sein eigenes Zimmer nach seinen Wünschen gestalten kann, aber dennoch in einer Gemeinschaft lebt, wurde hier mit viel Kreativität und Einfallsreichtum umgesetzt.

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Der Workshop „Eintauchen“ wurde im Rahmen des Förderprogramms Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung unterstützt. Die Mitmachklanginstallation ist in Kooperation des Kunstvermittlungsteams des Kunstpalais mit der Jugendkunstschule Erlangen, der Staatlichen Schule für Kranke und der Kinder- und Jugendabteilung für psychische Gesundheit des Universitätsklinikums Erlangen entstanden.

Das Ergebnis wurde am Samstag nach Ende des Workshops der Öffentlichkeit im Innenhof des Palais Stutterheim präsentiert. Zurzeit ist das Haus noch für einige Wochen im Frankenhof, Südliche Stadtmauerstraße 35 in Erlangen, zu bewundern.

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„Cooper“ – Ein Film über einen kleinen Mann mit großen Träumen

Entstanden im Rahmen des Workshops „Knetanimation“ mit Schülern (Josie, Lucas, Lukas, Lorenz,  Lisa, Ben und Luka) der Schule für Kranke unter der Leitung von Eva Winter

Mit großer Neugier und wachsamen Augen verfolgten die Schüler die Geschichte der sieben Emigranten, die der dänische Künstler Nikolaj Larsen in seinem Film „Promised Land“, die in der Ausstellung “Freiheit!” im Kunstpalais gezeigt wird, zu Wort kommen lässt. Was bedeutet für Mohammed, Jafar, Hasan, Camron, Khan, Reza und den erst drei Jahre alten Nima der Begriff Freiheit? Weshalb fliehen die Männer aus ihrer Heimat – warum lassen sie ihre Familien zurück – welche Gefahren nehmen sie in Kauf – was erhoffen sie sich von dem fremden Land, von dem sie schon so lange träumen und was ist ihr größter Wunsch?

Angeregt von der bewegenden Geschichte dieser Männer und den beeindruckenden Bildern, schufen die Kinder einen Stop-Motion-Film namens „Cooper“. Cooper ist ein kleiner Knetgummimann, der, in seiner Heimat unterdrückt, von einem Leben in Freiheit träumt. Mit großem Mut und unerschütterlichem Willen macht sich Cooper auf den Weg, um das Land seiner Träume zu finden.

Nachteule oder Tagträumer?

Um die Winterpause zu versüßen, haben wir noch etwas ganz Besonderes für dich! Zwar ist Benedikt Hipp schon lange aus den Hallen des Kunstpalais ausgezogen, aber so wirklich wahr haben, wollen wir es alle nicht. Daher gibt es noch ein kleines Video zum unvergesslichen „Tagträumer und Nachteulen Workshop“ mit der Theaterwissenschaftlerin Rosalin Hertrich.

Hinter Masken und Kostümen versteckt, performten zehn tollkühne Tag- und Nachträumer in den erleuchteten Gassen Erlangens. Neugierig geworden? Dann lehn dich zurück, höre und staune, was Rosalin dir noch zu erzählen hat über diesen skurrilen, zweitägigen Workshop hier bei uns im Kunstpalais.

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