EINTAUCHEN in die Kunst – Eine Mitmachklanginstallation im Kunstpalais

PapierfädenIn einem 5-tägigen Sommerferienworkshop experimentierten Schüler verschiedener Altersstufen im Kunstpalais. Gemeinsam erkundeten, planten, schnitten, klebten, rechneten, sägten, bohrten, schraubten, verzierten, zeichneten und malten sie.

Zu Beginn der Workshopwoche führte Jessica Ullrich, im Kunstpalais zuständig für die Kunstvermittlung, die Teilnehmer durch die aktuelle Ausstellung Walking Beside Time der dänischen Künstlerin Kirstine Roepstorff. Im Obergeschoss erklärte sie den Schülern das Konzept und die Arbeitsweise der Künstlerin, die u.a. mit großformatigen Collagen, verschiedenfarbigen transparenten Vorhängen und einer Auswahl wertvoller Steine aus verschiedenen Ländern einen Gang durch Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart inszeniert. Im Untergeschoß standen dann Roepstorffs Messingobjekte, die sich künstlerisch mit dem Thema Klang auseinandersetzen im Fokus der Führung. In ihren Collagen und Skulpturen arbeitet Roepstorff mit wiederkehrenden Formen und Materialien: Eine wellenartige Fom etwa symbolisiert ihre Vorstellung eines sehr alten Ur-Klangs.

IMG_4475Nach der Führung entwarfen die Schüler erste Skizzen für das große Sommerferienprojekt, das in dieser Woche entstehen sollte. Mit der Vorgabe, das einige Kisten aus Pappe, die sogenannten MuseobilBoxen, verbaut werden sollten, entstand die Idee, ein hölzernes Hausgerüst zu bauen, das die einzelnen Boxen miteinander verbindet. Außerdem sollten in das Haus Licht und Klangelemente einziehen. Stoffe, Schmuck, Perlen, Papiere, Mosaik standen zur Gestaltung der Boxen bereit. Einkaufslisten wurden geschrieben und ab ging es in den Baumarkt!

Unzählige Holzlatten wurden für das Gerüst des Hauses ausgemessen, gesägt, gebohrt und geschraubt. Dem gängigen Klischee entsprechend waren vor allem die Jungs mit großer Begeisterung bei den Arbeiten mit den Bohrmaschinen dabei. Aber auch die Mädels beteiligten sich tatkräfitg. Nach und nach entstanden immer mehr Ideen: Was wäre ein Haus beispielsweise ohne einen Kamin? Und dann durfte natürlich auch das Kaminrohr und der zugehörige Ofen nicht fehlen.

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Mit großer Ausdauer und wachsender Begeisterung arbeiteten die Teilnehmer am Holzhaus und ihren einzelnen Kleinprojekten, den MuseobilBoxen. Angeleitet von den Kunstvermittlern Cosima Bauer, Eva Winter, Benjamin Zimmermann und Diego Sindbert entstanden in der Woche viele kleine Kunstwerke, die am Ende zur großen Raumcollage im Innenhof des Kunstpalais zusammengesetzt wurden.

Anklänge an Roepstorffs Konzept der Raumcollage fanden sich genauso wieder, wie die Arbeit mit Materialien aus dem Alltag. Auch formal tauchte einiges wieder auf, das in der Ausstellung zu sehen war, wie die kostbar wirkenden, abstrakten Formen, die an dünnen Fäden hängen und Assoziationen an Klänge hervorrufen. Das Eintauchen in neue Welten, wie in Kirstine Roepstorffs Ausstellung das Eintauchen in vergangene Zeiten, Unterwasserwelten oder kosmische Sphärenklänge, wurde hier ergänzt durch ein Angebot zum Eintauchen in die Vorstellungswelt von 12 Kindern und Jugendlichen.

Die vielen individuellen Projekte ergaben am Ende ein großes Ganzes und bildeten eine phantasievolle Raumcollage. Das Motiv des Hauses, in dem zwar jeder Bewohner sein eigenes Zimmer nach seinen Wünschen gestalten kann, aber dennoch in einer Gemeinschaft lebt, wurde hier mit viel Kreativität und Einfallsreichtum umgesetzt.

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Der Workshop „Eintauchen“ wurde im Rahmen des Förderprogramms Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung unterstützt. Die Mitmachklanginstallation ist in Kooperation des Kunstvermittlungsteams des Kunstpalais mit der Jugendkunstschule Erlangen, der Staatlichen Schule für Kranke und der Kinder- und Jugendabteilung für psychische Gesundheit des Universitätsklinikums Erlangen entstanden.

Das Ergebnis wurde am Samstag nach Ende des Workshops der Öffentlichkeit im Innenhof des Palais Stutterheim präsentiert. Zurzeit ist das Haus noch für einige Wochen im Frankenhof, Südliche Stadtmauerstraße 35 in Erlangen, zu bewundern.

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