Der Reiz des Anfangs

Jeder kennt wohl die Situation, wenn etwas Neues und Aufregendes beginnt. Die Zeit nach dem Abi, der Umzug in eine neue Stadt oder ein neuer Arbeitsplatz, neue Gesichter und Geschichten. Mit dieser Mischung aus Vorfreude, Spannung und Neugierde begann ich vor zwei Wochen, passend zur Ausstellungseröffnung „Walking Beside Time“ von Kirstine Roepstorff,  mein Praxissemester im Kunstpalais Erlangen.

Schon am ersten Tag hat das Kunstpalais-Team mich und die neue FSJ-lerin Stefanie Krebs sehr aufgeschlossen empfangen. Bisher konnte ich Einblick in Aufgaben der Presse und Öffentlichkeitsarbeit gewinnen und den Arbeitsablauf im Kunstpalais kennenlernen.  In den kommenden Wochen werde ich daneben auch den Workshop „Zeitklänge“ begleiten und dokumentieren und bei der Pflege der Sammlung mithelfen. Das Praktikum hat bisher sehr vielversprechend begonnen. Bei der Vernissage und dem Künstlergespräch konnte ich die Künstlerin Kirstine Roepstorff  und ihre Arbeitsweise, ihr Verständnis von Kunst und ihre Vorstellungen der abstrakten Begriffe Raum, Zeit und Klang kennenlernen. Ich freue mich auch, bei der Konzeption, der Entstehung und dem Aufbau der nächsten Ausstellung Almut Linde:  „Radical Beauty“ mitwirken und auch eigene Ideen zum Begleitprogramm einbringen zu können.

Aber bevor ich mich in der Zukunft verlaufe, sollte ich mich erst einmal vorstellen und erzählen, womit ich die letzten Jahre meine Zeit und Freizeit verbracht habe. Also erst einmal ein kurzer Sprint durch die Vergangenheit:

Im schönen Nürnberger Land kam ich schon während der Schulzeit mit unterschiedlichen Kunstformen und Kulturveranstaltungen in Kontakt.  Da gab es eigene künstlerische und gestalterische Versuche im Kunst-LK, Theaterauftritte und einige Jahre Tanzerfahrung in Tanzschulen und etliche Clubabende. Damals träumte ich natürlich davon, Schauspielerin, Künstlerin oder Tänzerin zu werden – am besten alles zusammen 😉 Ich habe dann aber schnell festgestellt, dass ich eigentlich nicht im Rampenlicht, sondern hinter der Bühne stehen möchte. Also war der neue Traum, aufregende Kunst- und Kulturveranstaltungen zu organisieren und vielleicht auch ein klein wenig die Welt beeinflussen und verbessern zu können.

Aus diesem Grund studiere ich seit zwei Jahren Kulturarbeit oder auch arts management & cultural work an der Fachhochschule Potsdam. Damit habe ich meine zahlreichen Hobbies und Interessen, dazu zählen Theater, Film, Literatur, Philosophie, Tanz und natürlich (das Wichtigste zuletzt) die Kunst, zu meinem Studium gemacht. In einem Studienprojekt entwickelte ich mit Kommilitonen eine experimentelle Filmdokumentation der 7. Berlin Biennale und konnte so Artur Zmijewski, Pawel Althamer und andere interessante Künstler kennenlernen und interviewen.

Zusammen mit einer Freundin und sechs weiteren Mitgliedern aus der Kunst- und Kulturszene haben wir dieses Jahr den gemeinnützigen Verein „Wir machen Kunst e.V.“ gegründet und ein Jugendkulturprojekt in der Kleinstadt Bad Pyrmont initiiert. Durch das Projekt „heimat. Ein kultureller Austausch in Bad Pyrmont“ wurde die Stadt in eine kulturelle Bühne verwandelt, auf der sich die Teilnehmer durch unterschiedliche Kunstformen austoben und ihre Meinung äußern konnten. So entstanden Sound- und Videoinstallationen, kleine Theaterstücke, Performances im öffentlichen Raum und in leerstehenden Gebäuden, sowie fotografische und lyrische Arbeiten zum Thema Heimat. 

Meine Begeisterung wecken vor allem zeitgenössische Kunst und experimentelle Ausdrucksformen sowie spartenübergreifende Projekte, die sich nicht nur mit ästhetischen, sondern auch mit sozialen und gesellschaftlichen Inhalten beschäftigen und zu einem Verständnis für verschiedene Kulturen anregen. Aus diesem Grund hat mich das Ausstellungsprogramm des Kunstpalais mit der  Konzentration auf zeitgenössische Positionen der internationalen Kunstszene, mit Bezügen zur Literatur, Philosophie und  zum Film angesprochen. Mit der aktuellen Ausstellung von Kirstine Roepstorff hält das Kunstpalais auf jeden Fall, was es verspricht.

Also, vorbeikommen und anschauen!

Schöne Grüße

Imelda

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