Das war der Internationale Museumstag im Kunstpalais

Vergangenen Sonntag öffneten wir zum Internationalen Museumstag unsere Türen für euch. Der ganze Tag war vollgepackt mit allerlei Veranstaltungen.

Los ging es vormittags mit dem Workshop „Bau dir dein eigenes Musikinstrument“ für Kinder. Es wurde gesägt, geklebt und gebohrt. Aus einer Vielzahl von Materialien entstanden dann kleine klingende Kunstwerke, die sie mit nach Hause nehmen konnten. Man glaubt gar nicht, was alles Musik machen kann. Von selbstgebauten Rasseln, über Trommeln bis hin zur Panflöte war alles dabei.

Auch dieses Jahr waren wieder die Schülerinnen und Schüler der Realschule am Europakanal beim Internationalen Museumstag dabei: Sie präsentierten ihr Audiowalkprojekt und sprachen mit den Kunstvermittlern Susanna Wolf und Benjamin Zimmermann über ihre Erfahrungen bei der Gestaltung des Audioguides für Jugendliche, den sie zur aktuellen Ausstellung Affekte entwickelt haben. Jede Gruppe behandelte ein Kunstwerk und stellte dazu einen Beitrag zusammen, den das Publikum dann auch anhören konnte. Wenn ihr die Präsentation verpasst habt, ist das zwar sehr schade, aber ihr könnt euch die Ergebnisse trotzdem anhören: Leiht euch einfach kostenlos den Audioguide für Jugendliche beim nächsten Ausstellungsbesuch aus.

Am Nachmittag wurde es wissenschaftlich. Die Emmy Noether-Nachwuchsgruppe „Form und Emotion“ der Johannes Gutenberg-Universität Mainz war zu Gast. Unter der Leitung von Dr. Kerstin Thomas stellten die jungen Wissenschaftlerinnen ihre Forschungsprojekte vor. Danach ging es mit ihnen gemeinsam zur Diskussion in die Ausstellung.

Es gab viele interessante Ansatzpunkte, um über die Kunstwerke in der Ausstellung zu diskutieren:
Springen Affekte auf uns über? Was verändert sich beim Betrachter, wenn er bestimmte Informationen zu den Ausstellungsstücken bekommt? Unterscheidet sich der Konsens über Affekte und Emotionen je nach gesellschaftlichem, nationalem oderreligiösem Kontext der Betrachter?
Eine weitere interessante Frage war die nach dem Zusammenhang von Echtheit, Affekten und Emotionen. Bewerten wir die Dinge anders, wenn man weiß, dass die gezeigten Affekte nicht authentisch sind, sondern Affektinszenierungen? Über solche Aspekte wurde an verschiedenen Stationen der Ausstellung zusammen mit den Teilnehmern rege diskutiert.

Am Abend präsentierten Studierende der Friedrich-Alexander-Universität das Re-enactment-Projekt „The Battle of Orgreave“ von Jeremy Deller.
Im Juni 1984 kam es in Orgreave (England) zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen streikenden Bergarbeitern und der Polizei. 2001 brachte der britische Künstler Jeremy Deller knapp 1000 Menschen zusammen und veranstaltete ein Re-enactment der Geschehnisse dieses historischen Ereignisses. Re-enactment heißt übersetzt soviel wie Nachstellung oder Wiederaufführung. Dabei dreht sich alles um die Möglichkeit des emotionalen und körperlichen Nachempfindens eines konkreten Ereignisses in möglichst korrekter und authentischer Weise.

Die Studierenden inszenierten die Eröffnung einer Ausstellung über das Ereignis „Battle of Orgreave“. Sie zeigten filmische Ausschnitte des Re-enactments, zusammengeschnitten mit Originalberichten, und stellten „historische“ Gegenstände aus. Mit „Kamera“ und Mikrophon ausgestattet, gingen sie durch die Sitzreihen und interviewten die Zuschauer der „Ausstellungseröffnung“. Um einen stärkeren Eindruck von dem historischen Ereignis zu bekommen, konnten die Besucher sich außerdem über MP3 Player Originalstimmen anhören und in präparierten Tageszeitungen blättern, die angeblich tagesaktuell von der Schlacht berichteten.

Viele Besucher kamen aber nicht nur zu den angebotenen Veranstaltungen, sondern nutzen einfach die Gelegenheit zum kostenlosen Ausstellungsbesuch.

Es war wirklich einiges los bei uns im Kunstpalais am Internationalen Museumstag.

Ihr habt leider keine Zeit gehabt? Kein Problem! Auch in Zukunft lassen wir keine Langeweile aufkommen. Ein Besuch bei uns im Kunstpalais lohnt sich immer! Die aktuelle Ausstellung „Affekte“ läuft noch bis zum 8. Juni. Bis dahin gibt es jeden Mittwoch und Donnerstag interessante Vorträge. Die neusten Informationen zu unseren Veranstaltungen findet ihr natürlich auf unserer Internetseite und auf Facebook und Twitter.

Bis bald hoffentlich!

 

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