RE: COLLECT – Die erste Ausstellung der Städtischen Sammlung im Kunstpalais!

Vanessa Beecroft, Joseph Beuys, Janet Cardiff & George Bures Miller,  Camille Henrot und Andy Warhol – das sind nur sechs der zahlreichen, namenhaften Künstler, deren Werke noch bis zum 31. August in der Ausstellung RE: COLLECT im Kunstpalais zu sehen sind.

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RE: COLLECT bildet den Auftakt zu einer Reihe, bei der einmal jährlich Werke aus der Städtischen Sammlung Erlangen in spannenden, neuen Kontexten präsentiert werden. Seit den 1960er Jahren wächst die Sammlung stetig und umfasst derzeit weit über 4.500 bedeutende Kunstwerke – primär Grafiken, aber auch Fotografien und Skulpturen – die nun erstmals im Kunstpalais präsentiert werden. Im Zentrum der Ausstellung RE: COLLECT steht die Frage, welche Themen und Diskurse aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts  auf die Gegenwart übertragbar sind.

So vielfältig die Erlanger Sammlung selbst ist, so umfangreich ist auch das Repertoire der  aktuellen Ausstellung. Sie zeigt raumgreifende Installationen genauso wie kleinformatige Zeichnungen, Auflagenwerke ebenso wie Unikate. Neben zentralen Werken aus der Sammlung wird die Ausstellung durch internationale Leihgaben ergänzt. Gezeigt wird, wie zentralen Strömungen der Kunst der 1960er und 1970er Jahre, wie Performance- und Konzeptkunst, Land Art und Pop Art, in der zeitgenössischen Kunst ihren Nachhall finden.

Nasan Turs "Variationen von Kapital"
Nasan Tur „Variationen von Kapital“, Zeichentusche auf Tibetischem Papier, jeweils 40 x 60 cm / gerahmt: 42.2 x 62.2 cm, Installationsansicht Kunstpalais, Foto: Erich Malter, Courtesy Nasan Tur and Blain-Southern Gallery London/Berlin, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Kunstpalais Ausstellung Erlangen ReCollect  Repros 15. Juli 2014
Joseph Beuys „Kunst = Kapital“, Städtische Sammlung Erlangen, Offset-Druck, 84 x 59,5 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Als Auftakt der Ausstellung ist Nasan Turs Arbeit Variationen von Kapital“ zu sehen. Insgesamt 800 Mal schrieb der Künstler mit Tinte das Wort Kapital in immer unterschiedlichen, computer-generierten Schreibweisen auf handgeschöpftes Papier. Eine Auswahl der Wortvarianten ist im Eingangsbereich zu sehen. In Anspielung auf Karl Marx‘ gesellschaftskritische Schrift „Das Kapital“ führt Tur damit den Begriff auf seine ursprüngliche ökonomische Bedeutung zurück: ein Kontext, der besonders für Kunstsammlungen, die als Wertanlage gelten, relevant ist.

Die Frage nach den individuellen Voraussetzungen von Kapital greift Joseph Beuys mit seiner Arbeit „Kunst = Kapital auf. Ebenfalls mit Bezug zu Marx entwickelt Beuys eine Neudefinition des Kapitalbegriffs, der auf dem lateinischen Ursprung des Wortes caput (Kopf) beruht. Die Kreativität und schöpferische Energie des Einzelnen galten dem Künstler als das eigentliche Kapital und Potenzial einer Gesellschaft.

Kunstpalais Ausstellung Erlangen ReCollect  Repros 15. Juli 2014
Joseph Beuys „La rivoluzione siamo Noi“, Lichtdruck, 191 x 100 cm, Städtische Sammlung Erlangen, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Neben dem Begriff des Kapitals ist für den politischen Künstler Joseph Beuys die Frage nach der Revolution, nach dem Umsturz bestehender gesellschaftlicher Verhältnisse, zentral. Auf dem Lichtdruck „La rivoluzione siamo Noi“ präsentiert sich der Künstler überlebensgroß dem Betrachter. Sein energischer, nach vorne schreitender Gang ist als Aufforderung zum direkten Handeln zu verstehen. Diese Aufbruchsstimmung greift auch Nasan Tur in seiner Fotografie „Time for Revollusion“ auf. Der bekannte Slogan „Time for Revolution“, ein Inbegriff für Veränderung, eröffnet jedoch durch den Schreibfehler eine neue Lesart, die politische Parolen persifliert: Ist Revolution heute nur noch eine Illusion?

Nasan Tur: "Time for Revollusion"
Nasan Tur: „Time for Revollusion“, C-Print, 150 x 200 cm, Holzrahmen, Plexiglas, Courtesy Nasan Tur und Blain-Southern Gallery London/Berlin, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Ein besonderes Highlight der Ausstellung: Im Untergeschoss des Kunstpalais gibt es die Möglichkeit selbst aktiv zu werden! Von Jack Goldstein „A Suite of Nine 7-inch Records“ sind neun künstlerisch gestaltete Schallplatten zu sehen und zu hören. Denn jede von ihnen hat ihren ganz eigenen Sound, den man per Knopfdruck  abrufen kann. Auch der KarteikastenschrankThe Cabinet of Curiousness von Janet Cardiff & George Bures Miller lädt den Betrachter ein, selbst schöpferisch tätig zu werden. Wie ein DJ kann jeder Besucher einzelne oder mehrere Schubladen des Schrankes aufziehen und so eine eigene Sinfonie aus Musik, Geräuschen und Stimmen erschaffen.

Klang-Kunst zum selber-machen: „The Cabinet of Curiousness“ von Janet Cardiff und George Bures Miller mit "24 Gesängen" von Hanne Darboven im Hintergrund.
Klang-Kunst zum Selbermachen: „The Cabinet of Curiousness“ von Janet Cardiff & George Bures Miller

Jetzt liegt es an euch, selbst kreativ zu werden und die Schubladen von „The Cabinet of Curiousness“ zu öffnen! Schnell sein lohnt sich, denn die Ausstellung ist nur noch bis zum 31. August zu sehen!

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