„Labyrinth“ – die Filmpremiere im Kunstpalais

Hannah Röthlingshöfer

Am Abend des 07.09.2017 fand im Kunstpalais die Premiere des Films Labyrinth von Vladimír Houdek statt. Die neue Videoarbeit des Künstlers wurde im Rahmen der aktuellen Ausstellung des Kunstpalais Vladimír Houdek. Resonanz gezeigt.

Dem Publikum bot sich an diesem Abend die Möglichkeit, den Künstler persönlich zu treffen und mit ihm über seine Filme zu sprechen. Begleitet wurde er von der Tänzerin und Choreografin Hana Polanská Turečková, mit der er die Filme der Ausstellung im Kunstpalais produzierte.

In der Diskussion mit Kuratorin Milena Mercer ging es um die Kooperation zwischen Künstler und Choreografin, die Planung und technische Umsetzung, sowie um Inspirationsquellen zu den Filmen. Im Gespräch wurde der Bezug zwischen Houdeks Malerei, seinen Collagen und Filmen deutlich.

Labyrinth bildet den letzten Teil der Trilogie. In Kooperation mit dem Kunstpalais konnte dieser dritte Film verwirklicht werden und seine Premiere in Erlangen feiern.

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Foto: Kunstpalais

Der Film setzt sich mit Abstraktion und Figuration, Geometrie und Körperlichkeit, sowie bildender Kunst, Tanz und Musik auseinander. Die Kulisse bildet ein schwarzer Raum, auf dessen Boden weiße parallele Linien zu sehen sind. Auf dem Boden stehen einzelne Wände, auf der einen Seite gelb-schwarz kariert, auf der anderen senkrecht schwarz-weiß liniert. Um sie herum führen zwei Tänzerinnen meist synchrone Bewegungen aus. Sie tragen hautfarbene Bodies, auf dem Kopf und über dem Gesicht längliche Masken. Unterlegt ist Labyrinth mit Musik von Jan Bubák.

The Trickling Expanse aus dem Jahr 2014 zeigt eine bühnenartige Kulisse aus drei rechteckigen Flächen, die mit Raster- und Linienstrukturen sowie mit Kreisen versehen sind. Drei Tänzer kontrastieren die strenge Geometrie mit ihren Bewegungen. Bei der musikalischen Unterlegung des Films handelt es sich um ein Exzerpt aus der sinfonischen Dichtung Pelleas und Melisande von Arnold Schönberg aus dem Jahr 1903.

TheTricklingExpanse
Vladimír Houdek & Hana Polanská Turečková, „The Trickling Expanse“, 2014, Filmstill, ©Vladimír Houdek, Hana Polanská Turečková, Courtesy Polansky Gallery, Prag.

Der zweite Film der Ausstellung, Levitations aus dem Jahr 2015, verbindet den menschlichen Körper mit abstrakten Formen und nimmt damit Bezug auf die von Vitruv begründete Tradition, die Proportionen des Körpers in Verbindung mit geometrischen Formen (der sogenannte vitruvianische Mensch ist in einen Kreis und ein Quadrat eingeschrieben) darzustellen.

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Vladimir Houdek & Hana Polanská Turečková, „Levitations“, 2015, Filmstill (Detail), ©Vladimir Houdek, Hana Polanská Turečková, Courtesy Polansky Gallery, Prag.

Die bereits seit Mai in der Ausstellung zu sehenden Filme The Trickling Expanse und Levitations wurden bei der Premiere dem Publikum ebenfalls präsentiert, sodass die Trilogie zum ersten Mal vollständig vorgeführt wurde. Bis 24.09.2017 sind die drei Filme sowie die Bilder und Collagen Vladimír Houdeks im Kunstpalais noch zu sehen.

 

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