Preview 2018 #4: Julian Charrière und Julius von Bismarck

Die vierte Ausstellung 2018 im Kunstpalais wird eine Koproduktion der beiden Berliner Künstler Julius von Bismarck und Julian Charrière. Bei aller Unterschiedlichkeit und Eigenständigkeit ihrer Arbeiten vereint sie der Anspruch, mit ihrer Kunst eine intensive Reflexion über unser Verhältnis zur Natur und unseren Platz in der Gesellschaft anzustoßen. Beide arbeiten an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft.

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Julian Charrière und Julius von Bismarck, Some Pigeons Are More Equal Than Others (Suite of 27), 2012, © the artists, VG Bild-Kunst, Bonn, Germany

Julian Charrière ist fasziniert von Geologie und Archäologie. Diese versteht er jedoch nicht rückwärtsgewandt. Mit seinen Arbeiten analysiert er die Gegenwart. Und taucht dafür tief in die Erde ein. So hat er für seine Installation auf der Venedig Biennale 2017 aus der bolivianischen Salzwüste Salar de Uyuni Sedimente extrahiert und damit eine Salzsäulen-Landschaft gebaut. Mit diesen Grabungen in der Salzwüste nimmt Charrière Grabungen am selben Ort weit größeren Ausmaßes vorweg, denn die Salzwüste ist zugleich das weltweit größte Lithium-Lager. Und Lithium wird mehr und mehr zum wichtigsten Rohstoff der digitalen Welt. So sind Charrières Future Fossil Spaces Zukunfts-Archäologien.

Um mehr über seine Arbeitsweise und die Bedeutung des Reisens für Charrière zu erfahren, hier ein Interview von 2014:

Julius von Bismarck, der wie Julian Charrière bei Olafur Eliasson studiert hat, bezeichnet sich selbst als Möchtegern-Physiker. Bewegung, vor allem im Kreis, kennzeichnet viele seiner Arbeiten. So hat er etwa für die Art Basel 2015 ein Egocentric System geschaffen: auf einer parabolförmigen Drehscheibe richtete er sich mit Matratze, Schreibtisch, Laptop und Essen ein und verbrachte die gesamte Laufzeit der Messe auf diesem Raum in ständiger Bewegung unter dem Einfluss von Gravitation und Zentrifugalkraft. Mit anderen Arbeiten, etwa dem Video Irma über den Hurrikan in Florida thematisiert er unseren Umgang mit der Natur und den Klimawandel. Als Künstler sieht sich von Bismarck in der gesellschaftlichen Verantwortung, das Bewusstsein für aktuelle Themen und Probleme zu schärfen.

In diesem Interview erläutert von Bismarck, wie er den Austausch von Kunst und Wissenschaft erlebt und welche Potenziale er darin sieht:

Arbeiten beide Künstler zusammen, kommt übrigens nicht selten auch etwas Humorvolles dabei heraus. Zur Architektur-Biennale in Venedig 2012 färbten Charrière und von Bismarck die Tauben des Markusplatzes mit Lebensmittelfarbe ein – und verwandelten die grauen Stadtbewohner so in bunte Paradiesvögel.

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Julian Charrière und Julius von Bismarck, Some Pigeons Are More Equal Than Others (Suite of 27), 2012, © the artists, VG Bild-Kunst, Bonn, Germany

So stehen für ihr Projekt im Kunstpalais im kommenden Herbst viele Ideen im Raum. Einzig ausgeschlossen: Langeweile.

Und mit dieser grandiosen Aufnahme von Julius von Bismarck, der mit seiner Familie performativ Weihnachten feiert, verabschieden wir euch in die Feiertage. Bis nächstes Jahr im Kunstpalais!

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Julius von Bismarck, We are Family, 2013, Installation, Performance, Courtesy the artist und alexander levy, Berlin and Sies+ Höke, Düsseldorf, VG Bild-Kunst, Bonn, Germany
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