Zündstoffe #4: Schwarzes Gold

Auf unserem Blog zu Gast: Studentinnen des Instituts für Kunstgeschichte von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg schreiben über die Ausstellung “Almut Linde: Radical Beauty”.

Kunstpalais Erlangen Ausstellung
Almut Linde: Dirty Minimal #76.1 – Landscape/Opencast Coal Site (Industrial Revolution),
2 Light–Jet–Prints, each 171 x 226 cm, 2013, Fotograf: Erich Malter

        Schwarzes Gold

Wales rühmt sich des größten Kohleexporthafens der Welt, der sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts in Cardiff befindet.
In den von Almut Linde in der dortigen Umgebung aufgenommenen Fotografien spiegelt sich die Atmosphäre wider, durch welche die Landschaft bei der täglichen Kohleverarbeitung beherrscht wird. Dabei eröffnet sich unter einem grau verschleierten Himmel in ihren beiden Aufnahmen jeweils eine vom Tagebau umgeformte kraterartige Landschaft, wie sie bereits im 19. Jahrhundert Künstler wie Adolph Menzel in Tagebau in Königshütte (1872) dokumentierten.

Bei Almut Linde liegt die Aufmerksamkeit auf den variierenden Schwarz- und Brauntönen der einander abwechselnden Erdschichten. Grüne Wiesen und im Verhältnis kleine, fast schon tupfenartig über die Fotografie verteilte gelbe Maschinenfahrzeuge lockern die Szene auf. Und dennoch handelt es sich um eine…

… zerstörte Landschaft

Somit mögen die Fotografien bildlicher Ausdruck für den Preis sein, der seit Beginn der Industriellen Revolution für die Gewinnung des Rohstoffs gezahlt wird.
Heutige Kohleverarbeitungsunternehmen garantieren umweltfreundlichere Maßnahmen, doch erweisen sie sich als ein Spross ihrer industriellen Wurzel.
Die Künstlerin lenkt mit ihrer Arbeit das Augenmerk auf den Umgang mit unserer Umwelt, deren Zerstörung die Gesellschaft in Kauf nimmt – etwa zugunsten einer bequemen und für uns heute selbstverständlichen Versorgung unserer
Haushalte mit Energie.

Zukunft ?

Autorin: Tatjana Fedorov absolvierte 2013 ihren Bachelor im Fach Kunstgeschichte und Kulturgeschichte des Christentums an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Daran schloss sie den Masterstudiengang Kunstgeschichte mit Schwerpunkt Bild- und Medienwissenschaften an derselben Universität an.

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