Preview #2: Anna K.E. und Florian Meisenberg

Mit der Sommer-Ausstellung 2019 setzen wir ein Format fort, das wir im Jahr zuvor mit Julius von Bismarck und Julian Charrière begonnen haben. Zwei Künstler*innen stellen im ganzen Kunstpalais aus, sowohl ihre eigenen Arbeiten als auch gemeinsame Projekte.

Anna K.E. "Profound Approach and Easy Outcome"2017
Anna K.E. „Profound Approach and Easy Outcome“ Installationsansicht im Queens Museum, New York, 2017, Photo: Hai Zhang
Anna K.E. "Teen Factory", 2015
Anna K.E. „Teen Factory“ Ausstellungsansicht in der Galerie Barbara Thumm, Berlin, 2015. Photo: Jens Ziehe

Anna K.E. (*1986 in Tiflis) vereint in ihrer künstlerischen Arbeit Performance, Skulptur, Video und Zeichnungen zu raumgreifenden Installationen, die in ihrer Leichtigkeit genauso klar wie vieldeutig sind. Ihre Ausbildung zur klassischen Tänzerin zeigt sich in ihrem fortwährenden Interesse an dem Verhältnis von Körper und Raum. Die Ästhetik ihrer Arbeiten ist geprägt von der Auseinandersetzung mit der Moderne, insbesondere in der Architektur, der Geschichte des Feminismus und der gegenwärtigen Veränderungen durch Technologie.

Anna K.E. wird auf der kommenden Venedig-Biennale 2019 ihr Heimatland Georgien repräsentieren. Der Pavillon wird von Margot Norton, Kuratorin am New Museum in New York, kuratiert.

Florian Meisenberg kommt, seiner Ausbildung und seinem Selbstverständnis nach, aus der Malerei. Bis heute ist er diesem Medium treu geblieben, hat aber sein Interesse an Oberflächen, Simulationen und Repräsentationen auf die digitale Welt ausgeweitet und nutzt Virtual Reality wie neuste 3D-Technologien. An der Schnittstelle von der uns umgebenden materiellen Welt und der neuen digitalen Realität untersucht er die Wechselwirkungen beider Sphären – pointiert, scharfsinnig und humorvoll.

Anna K.E. und Florian Meisenberg verbinden in ihren Kollaborationen ihr gemeinsames Interesse an Kommunikation, an Netzwerken und neuen Medien. Seit acht Jahren teilen sie sich ein Atelier und eine Wohnung und untersuchen ihren gemeinsamen kreativen Schaffensprozess im Kontext ihrer Umgebung.

Die Projekt Late Checkout entstand über mehrere Jahre auf gemeinsamen Reisen und zeigt das Duo in einer Art symbiotischem Tanz durch ihr Hotelzimmer. Meisenberg filmt K.E., deren Körper in ruhigen Bewegungen ihre Umgebung erschließt. Dieses Video wird via WIFI auf K.E.s Smartphone übertragen, sodass sie ihre eigene Bewegung medial vermittelt erlebt. Ihren Blick fokussiert auf das Display, sieht sie sich über Möbel, auf Betten, Teppichen und vor riesigen Panoramafenstern. Mit dieser intimen Performance untersuchen K.E. und Meisenberg unsere Kommunikationsmittel und -methoden. Indem beide dasselbe sehen, interagieren sie mit- und füreinander und beeinflussen sich gegenseitig. Sie werden zu Betrachtern ihrer selbst und inszenieren durch die Kamera und über den Bildschirm des Smartphones eine Art Double-Selfie in einer endlosen Feedback-Schleife der sich begegnenden Bildschirme.

 

 

 

 

 

 

 

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