Pimp your city – Erlanger Marktplatz wird bunt

Ganz Europa bibberte vor zwei Wochen unter dem strengen Frost, und auch Erlangen hatten die Minusgrade fest im Griff. Dennoch konnte die Eiseskälte die Teilnehmerinnen des Workshops “Meine Farbe in der Stadt” (in Kooperation mit dem Theater Erlangen) nicht davon abhalten,  ihre kreativen Spuren am Erlanger Marktplatz zu hinterlassen. Ganz im Sinne Hajeks haben sie dem winterlichen Platz neues Leben eingehaucht und ihn so in ein vollkommen neues Licht gerückt: Der Wasserspeier des Brunnens spuckt plötzlich bunte Stoffbahnen, eine Sitzbank wurde mit Hilfe einer Decke in ein kuscheliges Sofa verwandelt – so ließ sich der heiße Tee gleich noch besser genießen – und auch die Laternen erhielten Dank eines “Farbliftings” ein neues Aussehen. Schließlich wurde vor den Stufen des Palais Stutterheim sogar der rote Teppich ausgerollt.

Dass diese Aktion nicht unbemerkt blieb, versteht sich von selbst. Einige neugierige Zuschauer beobachteten das Treiben und waren sichtlich begeistert über die Veränderung des Marktplatzes. Da ist es eigentlich schade, dass diese Veränderungen nach Ende des Workshops wieder rückgängig gemacht werden mussten. Die Ergebnisse möchten wir euch trotzdem nicht vorenthalten: Viel Spaß beim Durchklicken!

Der Lorlebergplatz im Fokus der Kulturgeographen: Großstadtflair oder Dorfidylle?

Eine neue Perspektive auf den Lorlebergplatz gaben gestern Abend die Studenten des Master-Studiengangs Kulturgeographie der FAU Erlangen-Nürnberg. Während des Wintersemesters 2011/12 haben sie sich im Rahmen einer  Projektstudie mit dem Lorlebergplatz auseinandergesetzt und ihn aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet, untersucht, ja fast schon seziert – horizontal, vertikal, mit allen Sinnen: die 3 Etagen des Platzes wurden regelrecht auseinandergenommen und ihren unterschiedlichen Nutzungen zugeordnet:  die variieren von Cafés über Apotheken bis hin zu Wohnungen und Tante-Emma-Läden. Vielfalt ist das zentrale Motto des Platzes: auf der einen Seite der Flair der  Großstadt, auf der anderen der Charme der dörflichen Idylle und: es ist immer etwas los. Ob es nun hupende Autofahrer, laute Passanten oder chaotisch abgestellte Fahrräder sind, vor allem für die Anwohner gibt es immer was zu sehen und zu erleben. Und wenn auf der Straße mal nichts los ist, dann kann man noch immer seine Nachbarn beobachten, wie eine Anwohnerin im Interview verriet. Nicht mehr wegzudenken ist auch der Protestbaum: er steht zu Weihnachten als Mahnmal für den eingesparten Weihnachtsbaum der Stadt Erlangen auf dem Rondell. Es geht also hoch her am Lorlebergplatz!

Zum Abschluss des Vortrags gab es dann sogar eine akustische Kostprobe des Platzes für die Zuhörer.

Der Vortrag hat beim Publikum großen Anklang gefunden und es entwickelte sich im Anschluss eine lebhafte Diskussionsrunde. Wer selber nicht dabei sein konnte, kann sich mit Hilfe unserer Galerie einen Eindruck des Abends verschaffen:

Nachwuchskünstler gestalten ihren Lieblingsplatz

Wie könnte ein Platz in Erlangen aussehen, wo sich Kinder wohlfühlen?

Dieser Frage gingen die Teilnehmer des Modellworkshops “Ein Platz für Dich” zusammen mit der Künstlerin Larissa Kopp M.A. nach. Vergangenen Samstag ließen sie sich von den Raumgestaltungen Otto Herbert Hajeks inspirieren und verwandelten mit viel kreativem Spürsinn das Modell eines Platzes in Erlangen in ihren persönlichen Lieblingsort. Dabei waren – genau wie bei Hajek – viele knallige Farben und außergewöhnliche Formen im Spiel.

Damit ihr nun auch in den Genuss der wunderbaren Werke kommt, haben wir hier einige Bilder für euch:

Schüler des Ohm-Gymnasiums lassen sich von Hajeks Werken “ver-führen”

Dass eine Führung durch eine Kunstausstellung nicht nur ausschließlich etwas für Kunstkenner ist, haben am Donnerstag die Schüler des Erlanger Ohm-Gymnasiums bewiesen. Für sie ging es raus aus der Kälte und rein in die aktuelle Ausstellung, in der sich die Schüler mit den Platzgestaltungen und künstlerischen Arbeiten Hajeks vertraut machten und auch kritische Nachfragen zum Werk Hajeks stellten. So sorgte das auffällige Farbkonzept des Künstlers für einigen Diskussionsstoff.

Dennoch waren die Schüler von den Entwürfen, Bildern und Skulpturen von O.H. Hajek beeindruckt. Vor allem sein Abiturzeugnis, das aus dem Ohm-Gymnasium stammt und belegt, dass er wohl nicht der beste Schüler war, sorgte bei den meisten für ein Schmunzeln.

Die Führung war jedoch nur der Auftakt eines Kooperationsprojektes zwischen Kunstpalais und Ohm-Gymnasium. In den folgenden Wochen werden sich die Schüler, angeregt von Hajeks Werken, mit dem öffentlichen Raum auseinandersetzen und ein eigenes Farb-Raum-Konzept für ihr Schulgebäude entwickeln. Wir sind gespannt und halten euch über die Ergebnisse auf dem Laufenden!

Unsere Ausstellung “iRonic. Die feinsinnige Ironie der Kunst” in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen

“Die Show ist frech und hintergründig” und eine “die wirklich Laune macht” – so beschreibt der SWR in seiner Sendung KulTour (ab 5:11 min.) die Ausstellung “iRonic” in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen, die am 20. Januar eröffnet wurde.  Auch das abschließende Fazit von KulTour ist ebenso eindeutig wie erfreulich: “Unbedingt anschauen! Die Ausstellung macht Freude.”

Das mediale Interesse, das die Ausstellung erfahren hat, ist bemerkenswert. Neben dem SWR hat auch die Radiosendung “Nachtkultur” des SWF und “Fokus Südwest” des Radio Dreyeckland über “iRonic” berichtet. Die Stuttgarter Nachrichten und die Bietigheimer Zeitung veröffentlichten zwei ausführliche Artikel zu der Ausstellung.  Sogar die deutsche Vogue widmete sich in ihrem Kulturblog “iRonic”!

Auch das Publikumsinteresse ist überwältigend: Die Besucher waren von der “feinsinnige Ironie der Kunst” begeistert und von den Werken beeindruckt.  Es beweist, dass man mit einer Ausstellung zum Thema Ironie durchaus Erfolg haben kann oder wie es Annette Krause, Moderatorin von KulTour, ausdrückt: “Auch hier (in der Bildenden Kunst) ist Ironie ein echter Trend.”

 

Vorsichtiger Vandalismus im Kunstpalais

Im Rahmen der Ausstellung „Otto Herbert Hajek: Keimzelle Erlangen“ wurde am 25. Januar im Kunstpalais vorsichtig vandaliert. Sven Zedlitz, Magister-Student an der Goethe-Universität Frankfurt, und Marie Weich, Studentin an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, haben in einem collagierten Vortrag theoretisch und praktisch den Vorsichtigen Vanadalismus vorgestellt. Ähnlich wie Hajeks Platzgestaltungen die Menschen dazu auffordern, ihre Umgebung bewusst wahrzunehmen und als gestaltbares Kunstwerk zu begreifen, hat es sich der Vorsichtige Vandalismus zum Ziel gesetzt, das Erscheinungsbild des öffentlichen Raums in die Hand der Bürger zu legen, das alle zu jeder Zeit beeinflussen können.

Der Name “Vorsichtiger Vanadalismus” ist dabei Programm: laut dem verfassten Manifest sollen die Menschen das öffentliche Straßenbild zwar aktiv verändern aber: „Es wird nichts zerstört und es werden keine Schäden hinterlassen. Der ursprüngliche Zustand muss wiederherstellbar sein.“

Wenn ihr noch mehr über denVorsichtigen Vandalismus wissen wollt, könnt ihr hier die Reden und das Manifest nachlesen, die euch vielleicht inspirieren, selbst als vorsichtige Vandalen aktiv zu werden. Lasst eurer Kreativität freien Lauf und schickt uns Bilder eurer Aktionen an info@kunstpalais.de. Wir werden die Bilder dann auf unserem Blog veröffentlichen. Ihr müsst nur die 3 Grundregeln beachten, die im Manifest zu finden sind. Los gehts!

Fotos: Kian Bernous

Die Wut des Vorsichtigen Vandalismus

Vom Gegenstandsdiskurs zum Dingdiskurs

Manifest des Vorsichtigen Vandalismus

Erste Kunstpalais-Ausstellung im Jahr 2012 erfolgreich eröffnet

Am 19. Januar haben wir mit der Vernissage der Ausstellung “Otto Herbert Hajek: Keimzelle Erlangen” ein vielversprechendes Kunstjahr im Kunstpalais eingeläutet. Eröffnet wurde die Ausstellung vom Oberbürgermeister der Stadt Erlangen: Dr. Siegfried Balleis. Kunstpalais-Leiterin Claudia Emmert hat in  ihrer einführenden Rede nicht nur auf Hajeks kunsthistorische Relevanz, sondern auch auf die Bedeutung der Stadt Erlangen für seinen künstlerischen Werdegang verwiesen.

Insgesamt war die Eröffnung ein voller Erfolg: viele interessierte Besucher und inspirierende Gespräche. Besonders gefreut hat uns, dass Aurelia Hajek-Homoki, Hajeks Tochter und Nachlassverwalterin, und Johanna Stulle, die langjährige Assistentin Hajeks, die uns bei den Vorbereitungen der Ausstellung sehr geholfen hat, anwesend waren.

Wer selbst nicht zur Vernissage kommen konnte, kann sich durch die Galerie klicken und einen Eindruck von der Atmosphäre des Abends erhalten. Außerdem haben wir diesmal als besonderes Extra ein kurzes Video. Seht selbst:

Ⓒ Kunstpalais Erlangen und Erich Malter

Die Ausstellung kann im Übrigen noch bis zum 18. März besucht werden. Also: Unbedingt vorbeikommen!

Das Kunstpalais im Stern

Nachdem bereits die Ausstellung “iRonic – Die feinsinnige Ironie der Kunst” in der Juli-Ausgabe 2011 des Sterns vertreten war, freuen wir uns sehr, dass auch unsere aktuelle Ausstellung “Otto Herbert Hajek: Keimzelle Erlangen” als besonderer Ausstellungstipp im Kulturteil des Magazins hervorgehoben wird:





Katalogkritik 2.0

Im Dezember 2011 startete das Kunstpalais eine besondere Aktion: Katalogkritik 2.0.

Via Facebook wurden Besucher der Ausstellung “iRonic. Die feinsinnige Ironie der Kunst” eingeladen, sich als Katalogkritiker zu bewerben. Im Gegenzug lockte eine Veröffentlichung der Kritiken auf dem Blog des Kunstpalais. Und nun ist es soweit: Dr. Elisabeth Preuß, Bürgermeistern der Stadt Erlangen, und Eckart Flöther haben zwei Rezensionen geschrieben, die es jetzt auf unserem Blog zu lesen gibt. Für ihr Engagement wollen wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken.

Beide Autoren konzentrieren sich auf verschiedene Aspekte des Katalogs und bieten somit durch ihre Texte einen facettenreichen Eindruck von dessen Inhalt und lassen auch die Ausstellung “iRonic” nochmals aufleben. Aber überzeugt euch doch einfach selbst:

Dr. Elisabeth Preuß, Bürgermeisterin der Stadt Erlangen:

iRonic – Die feinsinnige Ironie der Kunst

Im Sommer 2011 zeigte das Kunstpalais Erlangen eine Ausstellung zum Thema “Ironie”. War schon die Ausstellung allein eine anregende Fundgrube (auch) für Politiker, im Doppelpack mit dem zugehörigen Katalog kommt “Die feinsinnige Ironie der Kunst” als unbedingtes “must have seen” daher.

Unverständlicherweise scheint das Lesen von Kunstkatalogen, und das anschließende Anwenden des Gelesenen nicht zum Alltagswerkzeug von Politikern zu gehören. Unverständlich deshalb, weil der enge Zusammenhang zwischen Politik und Kunst schon auf Seite 5 deutlich wird, wo die Autorinnen Claudia Emmert und Isabell Schenk-Weininger die 3 Worte zur Sprache bringen, die vom Politiker Barack Obama sicherlich bleiben werden: Yes, we can! Schon dieser, allen medial nicht völlig Abstinenten in Mark und Bein diffundierte, millionenfach zitierte Satz Obamas, der als Sinnbild für die Obamania stehen kann, durch welche der Amtsantritt des 44. Präsidenten mit einer kaum einzulösenden Hypothek belastet wurde, demonstriert die Notwendigkeit für Politiker, sich mit Kunst (oder deren Katalogen) zu beschäftigen. “Yes, we can” wird, im Spiegel von Patrick Mimrans tröstender Erkenntnis “Don’t worry, none of us will be remembered next century” reduziert zur Wort-Blase eines politischen Versprechens, das von vorne herein nicht gehalten werden konnte, das aber mit mit einer unendlichen Menge sonstiger Politikerworte der Gnade des Vergessens übergeben werden wird. Claudia Emmert liefert in der Einleitung des Kataloges die weitere Notwendigkeit für die Politik, sich mit der Ausstellung iRonic zu beschäftigen: “[die Künstler] greifen dabei relevante gesellschaftliche Themen auf und setzen sich mit politischen Slogans, Geschlechterrollen, Forschungsmethoden der Wissenschaft, oder unserem Umgang mit der Natur auseinander.” (S.17) Übersetzt in die aktuelle politische Agenda heißt das z. B.: Stammzellenforschung, Genderfragen, Klimawandel. Wer jetzt noch zweifelt, welchen Stellenwert der Diskurs zwischen Kunst und Politik hat, der sei an folgende Ereignisse und Aussprüche des letzten Jahres erinnert:

Forschungsmethoden der Wissenschaft: ” Ich versichere Ihnen, dass ich meine Doktorarbeit eigenhändig geschrieben habe” ( KT zu Guttenberg)

Umgang mit der Natur: “Fukushima hat meine Haltung zur Kernenergie verändert” (Angela Merkel)

Geschlechterrollen: “übrigens ist nirgendwo in der OECD der Einkommensunterschied so krass wie in Deutschland.” (Gesine Schwan am Equal Pay Day 2011)

Im Innern des Kataloges geht es dann ebenso munter mit politischen Anspielungen weiter: der Globus, der Erlangen zum Nabel der Welt macht. (Beweisen das nicht tagein tagaus auch alle möglichen Rankings? Siehe auch Glosse in den EN vom Silvestertag 2011) Oder: Patrick Mimrans aufmunternde Worte: “don’t feel stupid if you do not like what everyone else pretends to love,” die Politikern Mut machen zum eigenen Denken über Parteibuchgrenzen hinaus. Richtig ans Eingemachte geht es dann in Susanne Witzgalls Essay, “Everything you always wanted to know about art (But were afraid to ask)”. Witzgall leitet her, dass Ironie gerade durch ihr um-die-Ecke-denken dazu betragen kann, Dinge und Zusammenhänge klarer zu sehen. Niemand wird verneinen können, dass dies in der Politik durchaus förderlich sein könnte. Ironie also als “Steigerung der Mitteilungsmöglichkeit” (S. 82) und so als eine zusätzliche Dimension der Kommunikation. Für Politiker gilt natürlich wie für alle anderen Akteure in unserer Republik der wichtigste Grundsatz der Kommunikation, nämlich, dass Kommunikation das ist, was vom Gegenüber verstanden wird. Dennoch zeichnen sich Reden mit Tiefgang und Unterhaltungswert dadurch aus, dass nicht nur Subjekt, Prädikat und Objekt aneinander gereiht werden, sondern dass dem Leser oder Zuhörer Spiegel vorgehalten werden, dass er zum Nachdenken gebracht wird, dass er Absurditäten im Alltagsgeschehen unserer Republik erkennen kann. Ironie, mit bedachtem Abstand zu Spott oder gar Sarkasmus, ist so nicht nur ein Gewürz, das Sinne berührt, sondern, wie Witzgall ausführt, “ein Weg, der über die Begrenztheit der Sprache und das Ungenügen der Realität hinausführt.”(S. 82)

Bedenkt man dabei noch, dass die Zuhörer von Politikern nicht immer ganz freiwillig zuhören (Grußworte!!) dann sollte sich das Verantwortungsbewusstsein der Politredner nicht nur auf das Thema und die gebotene Kürze erstrecken, sondern auch auf die Darbietung der Rede als solche; und eine Prise Ironie trainiert dann mit Leichtigkeit nicht nur die grauen Zellen der Zuhörer, sondern auch noch deren für ein Lächeln benötigte Muskulatur. Diese Muskulatur wird auch beim Lesen des Forschungsberichtes von Ironimus Übelmann strapaziert. Dieser Bericht, der nicht nur ein literarisches Vergnügen, sondern auch ein Schmaus für den Kultursinn ist, hat seine Fußnoten nicht nur ordentlich gelistet, sondern nimmt sich auch noch eines prominenten Sorgenkindes der Sprachwissenschaft an, nämlich des vom Untergang bedrohten Genitivs. Zuvor aber führt Ironimus uns vor Augen, dass auch scheinbar kaum Spürbares (wie Feinstaub, S. 119) ungeheure Wirkungen hervorrufen kann, wenn es nicht beachtet wird. Für Politiker ein gar nicht zu überschätzender Hinweis, der möglicherweise späteres Herum-Eiern, Betroffenheitserklärungen und Flickschusterei vermeiden hilft.

Ein Wunsch zum Schluss: ließe sich die HS-Touringmaschine so umbauen, dass sie nicht nur eine jeweils aktuelle Kunstdefinition liefert, sondern z.B. je nach Bedürfnis eine Warnfunktion für Fettnäpfchen, einen Sensor für Themen, die sich zum Politikum entwickeln könnten oder am besten, einen Generator für die jeweils optimale Portion Ironie, die aus einer eher einschläfernden Rede eine Visionäre und aus einem Grußwort eine anregende Begrüßung macht? Wie Ironimus ende ich mit Turnvater Jahn: “wo dieselben Menschen tagtäglich nur Einerlei sehen, hören und treiben, nur mit ihrer nächsten Nachbarschaft verkehren, muss Beschränktheit die notwendige Folge sein.” Vor dieser Beschränktheit schützt die Beschäftigung mit Kunst.

Eckart Flöther:

iRonic – Die feinsinnige Ironie der Kunst

Wir alle haben erfahren, wie ein ironischer Dialog, der Beziehung von Menschen Würze gibt. Es bleibt bei Anspielungen, Doppeldeutigkeiten und hintergründigen Schelmereien. Trotzdem – oder gerade deswegen schafft Ironie eine augenzwinkernde Komplizenschaft und regt die Phantasie an.  Zu diesem Thema eine Ausstellung zu wagen, zeugt von Mut. Denn, Ironie braucht Niveau, damit sie ihre feinsinnige Wirkung entfalten kann. Ohne es gefriert sie zur Arroganz oder rutscht schnell ins Banale ab.

Beim Betrachten der zusammengetragenen Kunstwerke kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ironie beschränkt sich längst nicht nur auf Rhetorik, sie hat sich in alle Facetten unseres Lebens eingeschlichen, lugt aus jedem Winkel unseres Verhaltens, ja gibt unserem Dasein eine überraschend hintersinnige Dimension.

Der Katalog zur Ausstellung des Kunstpalais Erlangen ist ein kleines Kunstwerk. Die Mehrdimensionalität der Graphik ist eine Augenweide. Die verwendeten Stilelemente, der kurzweilige Wechsel von Textpassagen und Kunstwerken erzeugen eine kreative Spannung, die einen nur schwer loslässt. Die erläuternden Texte geben einen tiefen Einblick in den Stellenwert sowie die Vielfältigkeit der Ironie in der Philosophie, Politik, Kommunikation, Kunst, in unserem Alltag, selbst der Facebook-Generation. Alle im Katalog wiedergegebenen Kunstwerke erzählen eine ganz eigene Geschichte. Den nötigen Tiefgang zu diesen Geschichten liefern die dazu von Dr. Claudia Emmert glänzend formulierten Texte. Den Künstlern gelingt es in ihren Werken beim Betrachter ganz unterschiedliche Reaktionen hervorzurufen: Nachdenklichkeit, Neugierde, Trauer, Erstaunen, Faszination, Schmunzeln, Interesse oder sich ertappt zu fühlen.

Alles in allem: Der Katalog ist eine gelungene Mischung aus sehenswerter, zeitgenössischer Kunst, überraschenden Einsichten und graphischem Können; professionell eben. Ich bin sicher, er wird ein gefragtes Sammlerobjekt.


Claudia Emmert in der Kunstzeitung

Die Medienpräsenz des Kunstpalais und seiner Leiterin Claudia Emmert nimmt stetig zu:

“Claudia Emmert hat das Kunstpalais Erlangen ins Rampenlicht gerückt” – so lautet der Untertitel eines Artikels, der in der Januar-Ausgabe der Kunstzeitung erschienen ist.

Der Artikel konzentriert sich auf Claudia Emmerts Lebensweg,  ihr Engagement für zeitgenössische Kunst in Erlangen und ihre Rolle bei der Etablierung des Kunstpalais zu einer überregional anerkannten Kunstinstitution.  Neben einem persönlichen Porträt wird auch auf das „wohl ehrgeizigste Vorhaben“ für das Jahr 2012 verwiesen:  die Ausstellung „Töten“,  die von Ende März  bis Juni im Kunstpalais zu sehen ist und sich – wie der Titel schon erahnen lässt – mit dem heiklen Thema auf vielfältigste Art und Weise auseinandersetzt.

Doch lest selbst:





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